John Flannery, General-Electric
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Gewinnwarnung lässt Aktie fallen GE fehlt Energie

Stand: 20.10.2017, 13:49 Uhr

Der Mischkonzern hat unter neuer Führung einen schweren Stand. Vorstandschef John Flannery musste am Freitag den Anlegern eine deftige Gewinnwarnung verabreichen. Die gehen schon seit längerem bei der Aktie von der Fahne.

Bereits unter dem langjährigen GE-Chef Jeff Immelt war die Aktie des Mischkonzerns und Siemens-Rivalen arg unter Druck geraten. Immelt hatte bereits vor seinem Weggang zur Jahresmitte angedeutet, was Nachfolger Flannery nun konkret machen musste: Um die Ertragslage von General Electric ist es derzeit nicht allzu gut bestellt.

Erwartungen drastisch verfehlt

Zunächst musste GE am Mittag ein schwaches drittes Quartal bilanzieren. Unter dem Strich verdiente man mit 1,8 Millarden Dollar zwar immer noch einen stattlichen Betrag, doch dies entspricht einem Rückgang um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Gewinn je Aktie lag der Konzern damit bei 0,29 Dollar, die Analystenerwartungen von 0,50 Dollar je Anteilsschein wurden damit deutlich verpasst.

Nur Zukauf sorgt für Umsatplus

Flannery sprach von einem "problematischen" Quartal. Besonders in der Energiesparte, GE Power, musste der Dow-Jones-Konzern auch einen deutlichen Rückgang von vier Prozent beim Umsatz auf 8,7 Milliarden Dollar hinnehmen. Die Umsätze im gesamten Industriegeschäft, die für den Löwenanteil bei GE stehen, konnten zwar im Quartal um 14 Prozent auf 33,5 Milliarden Dollar gesteigert werden. Das lag aber vor allem an der Übernahmen Ölfeldausrüsters Baker Hughes. Die Öl- und Gassparte wuchs entsprechend im Quartal um 81 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar.

Dass es bei GE auch im Schlussquartal 2017 nicht wie erwartet läuft, zeigt allerdings die Gewinnwarnung, die GE-Chef Flannery der Quartalsbilanz noch hinzufügen musste. Für 2017 erwartet er nur noch ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 1,05 bis 1,10 US-Dollar. Bislang war GE von 1,60 bis 1,70 Dollar je Aktie ausgegangen. Analysten hatten im Schnitt mit 1,54 Dollar gerechnet.

Aktie schon länger auf Talfahrt

An der Börse schlägt die Gewinnwarnung von GE bereis im vorbörslichen US-Handel durch: Die GE-Aktie verliert bis zu sechs Prozent und dürfte als schwächster Dow-Jones-Wert in den regulären Handel in New York starten. Seit Jahresbeginn hat der Titel damit fast ein Drittel seines Wertes eingebüßt.

AB