VW Buzz

Bald fester Bestandteil des Verkehrssystems Fußball-WM: VW und Katar planen autonome E-Bus-Flotte

Stand: 16.12.2019, 11:07 Uhr

Volkswagen will gemeinsam mit dem Emirat Katar eine autonom fahrende Flotte von Elektrobussen aufbauen. Das Konzept soll auch nach der WM in Katar Bestand haben.

Volkswagen Konzernchef Herbert Diess und Mansur bin Ibrahim Al-Mahmud, Chef des Staatsfonds QIA des Golf-Emirats, unterschrieben am Samstag in Doha einen entsprechenden Vertrag. Der Verkehr in der Metropole soll dadurch nachhaltiger und wirtschaftlicher werden, heißt es in einer Mitteilung des Fonds. Das Modell soll während der Fußball-WM Ende 2022 zum Einsatz kommen und auch darüber hinaus Bestand haben.

Mehrere VW-Töchter beteiligt

Neben Volkswagen selbst, sollen auch die schwedische LKW-Tochter Scania, der Fahrdienstleister Moia und die Firma Autonomous Intelligent Driving (AID), die ebenfalls zum Konzern gehören, am Projekt beteiligt sein. Während der Fußball-Weltmeisterschaft soll ein "emissionsfreies, elektrisches und autonomes Nahverkehrssystem" in Doha angeboten werden. Wie der VW-Konzern berichtet, werden 35 autonom fahrende Elektro-Shuttles des E-Bullis ID Buzz und zehn Busse von Scania zum Einsatz kommen.

Keine vollautonomen Fahrzeuge

Das Angebot soll in das bereits bestehende Nahverkehrssystem in Doha integriert werden. Die Software sollen AID und Moia stellen. "QIA und Volkswagen werden zusammenarbeiten, um die nötige physische und digitale Infrastruktur zu entwickeln", kündigte Katars Staatsfonds an.

VW I. D. Buzz Concept

VW I. D. Buzz sollen vier Fahrgäste autonom transportiert werden. | Bildquelle: Unternehmen

Die Fahrzeuge sollen allerdings nicht der höchsten und komplett autonomen Stufe ("Level 5") entsprechen. Zur Sicherheit sei immer noch ein Fahrer an Bord, der im Zweifel eingreifen kann. Dennoch sind die Wagen in der Lage, voll automatisiert und eigenständig zu fahren ("Level 4").

VW will Erfahrungen sammeln

VW-Konzernchef Herbert Diess sagte, das Projekt diene auch dazu, Erfahrungen "in der realen Praxis" zu sammeln. Man wolle mit dem Konzept aus Katar ein "Sprungbrett" für weitere Projekte schaffen, die sich mit autonomem Fahren beschäftigen. Damit das Projekt in Katars Hauptstadt gelingt, soll sich Doha zu einer "Smart City" entwickeln. Staatsfonds-Chef Al-Mahmud betonte: "Für den Fortschritt in unseren Städten brauchen wir eine neue Welle der Innovation."

Skyline von Doha, Katar

Doha, Katar. | Bildquelle: Imago

Der Staatsfonds QIA hält nach dem Land Niedersachsen und der Familie Porsche/Piëch die meisten Stimmrechte an Volkswagen.

ms