Türme der Deutsche Bank und Commerzbank bei Nacht

Deutsche Bank und Commerzbank bestätigen Es ist offiziell: Deutsche Bank und Coba sprechen über Fusion

Stand: 17.03.2019, 13:36 Uhr

Die Deutsche Bank und die Commerzbank bestätigen "ergebnisoffene" Gespräche über eine mögliche Fusion. Zuvor hatten bereits die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa darüber berichtet. Aber es gäbe keine Gewähr, dass es zu einer Transaktion komme, unterstreicht das Management der Deutschen Bank.

Mit Blick auf sich bietende Opportunitäten habe der Vorstand der Deutschen Bank beschlossen, strategische Optionen zu prüfen, heißt es in der aktuellen Mitteilung. Diese Optionen werde der Vorstand daraufhin bewerten, ob sie Wachstum und Profitabilität der Bank stärken würden. "Es gibt keine Gewähr, dass es zu einer Transaktion kommt. In diesem Zusammenhang bestätigen wir, dass Gespräche mit der Commerzbank geführt werden", schreibt das Finanzinstitut. Auch die Commerzbank lässt von sich hören, auch wenn es nciht besonders viel ist: "Commerzbank und Deutsche Bank haben sich heute darauf verständigt, ergebnisoffene Gespräche über einen eventuellen Zusammenschluss aufzunehmen."

Seit Monaten wird über eine Fusion der beiden Institute spekuliert. Immer wieder bekräftigten Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies: Deutschland brauche starke Banken. Die Bundesregierung stehe "wirtschaftlich sinnvollen Optionen offen gegenüber". Allein Kukies traf sich offiziellen Angaben zufolge im vergangenen Jahr fast zwei Dutzend Mal mit führenden Vertretern der Deutschen Bank. Bei der Commerzbank hat der Bund über seine Aktienbeteiligung von gut 15 Prozent, die er seit der Finanzkrise hält, Mitspracherecht.

Medienberichten zufolge sollen Scholz und Kukies die Bankchefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Martin Zielke (Commerzbank) gedrängt haben, ein Zusammengehen zu prüfen - idealerweise vor der Europawahl Ende Mai.

Gesucht: eine schlagkräftige internationale Großbank

Die Sorge der Politik: Europas größter Volkswirtschaft fehlt eine schlagkräftige internationale Großbank. Während die US-Konkurrenz längst wieder bestens verdient, dümpeln Deutschlands Großbanken zehn Jahre nach der Finanzkrise vor sich hin. Der deutsche Bankenmarkt ist traditionell hart umkämpft, die niedrigen Zinsen im Euroraum und hohe Regulierungskosten erschweren der Branche das Geldverdienen zusätzlich. Dazu kamen hausgemachte Probleme wie teure juristische Altlasten bei der Deutschen Bank.

Nach drei Verlustjahren in Folge hat Deutschlands größtes Geldhaus 2018 mit 341 Millionen Euro Überschuss gerade erst die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Von glänzenden Milliardengewinnen der Vergangenheit ist die Deutsche Bank allerdings meilenweit entfernt - ebenso wie der Aktienkurs von einstigen Höchstständen.

Christian Sewing

Christian Sewing, Boss der Deutschen Bank. | Bildquelle: Imago

Geboten: Coba plus DB

Die Commerzbank hat im vergangenen Jahr zwar etwa zweieinhalb Mal so viel verdient wie die Deutsche Bank (865 Mio Euro), sieht sich bei ihrem Konzernumbau inklusive Stellenabbau aber auch noch nicht am Ziel. Das Institut stieg im Herbst angesichts eines ebenfalls kräftig gestutzten Börsenwertes sogar vom Dax <DE0008469008> in den MDax <DE0008467416> ab.

Ob ein Zusammenschluss der beiden Häuser die Lösung der Probleme wäre, ist unter Experten umstritten. Bezweifelt wird vor allem, dass aus der angeschlagenen Deutschen Bank und der im Umbau befindlichen Commerzbank der "nationale Champion" mit deutlich mehr Gewicht auf der internationalen Bühne entstünde, den die Politik sich wünscht.

Martin Zielke, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank

Martin Zielke, Boss der Commerzbank. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Zweifelsohne könnten in einer größeren Einheit auf Dauer die Kosten gesenkt werden, das Megathema Digitalisierung könnten die Institute mit vereinten Kräften vorantreiben. Allerdings stünden wohl Tausende Jobs auf der Kippe, an den Zentralen und Filialen würde eine Fusion sicher nicht spurlos vorübergehen.

ts/dpa-AFX