Chefs von T-Mobile und Sprint John Legere (l.) und Marcelo Claure
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FCC-Chef empfiehlt Genehmigung Fusion von T-Mobile und Sprint nimmt erste Hürde

Stand: 20.05.2019, 15:42 Uhr

Darauf haben Unternehmen und Aktionäre lange gewartet: Die Telekom-Tochter T-Mobile US und ihr US-Konkurrent Sprint bekommen offenbar das Plazet der zuständigen US-Regulierungsbehörde FCC.

FCC-Chef Ajit Pai erklärte in einer Stellungnahme, er werde seiner Behörde empfehlen, den Zusammenschluss zu genehmigen. Die beiden Parteien hätten signifikante Zugeständnisse gemacht, so Pai. Er glaube, die Transaktion sei im öffentlichen Interesse.

Eine offizielle Erklärung der FCC wird Insidern zufolge noch nicht am Montag erwartet, da das Dokument noch formal ausgearbeitet werden müsse. Die Genehmigung der Fusionspläne durch das US-Justizministerium steht ebenfalls noch aus.

Anleger reagieren begeistert

T-Mobile-US-Chef John Legere bekräftigte in einem Blog des Unternehmens die Pläne, vor allem beim Netzausbau für die 5G-Frequenzen aktiv mitwirken zu wollen. Das ultraschnelle Internet, dessen Frequenzen derzeit auch in Deutschland versteigert werden, soll den Weg eben für Schlüsseltechnologien wie Industrie 4.0 und autonomes Fahren.

Die Anleger reagierten begeistert: Telekom-Aktien legten gegen den Trend leicht zu. Die Papiere der Tochter T-Mobile US stiegen um fünf Prozent, Sprint-Papiere sprangen gar um 20 Prozent an.

Schon zwei Mal gescheiterte

Ein Zusammenschluss von T-Mobile US und Sprint war in den vergangenen Jahren schon zwei Mal gescheitert. Während die Firmen günstigere Tarife für die Kunden in Aussicht stellen, befürchten Verbraucherschützer höhere Preise nach einem Zusammenschluss der Nummer drei und der Nummer vier des US-Mobilfunkmarktes. Durch die Fusion soll ein Konzern entstehen, der auf 127 Millionen Kunden und einen Jahresumsatz von rund 76 Milliarden Dollar kommt.

Die Platzhirschen AT&T und Verizon hätten dann allerdings immer noch die Nase vorn. Die Telekom verspricht sich durch den Sprint-Kauf jährliche Einsparungen von rund sechs Milliarden Dollar.

Von Huawei distanziert

Um die Fusion durchzubekommen, hatten sich die Deutsche Telekom und der Sprint-Mehrheitsaktionär Softbank von Huawei distanziert und erklärt, beim 5G-Ausbau auf Produkte des umstrittenen chinesischen Netzwerk-Ausrüsters zu verzichten. Stattdessen wollen Sprint und T-Mobile US auf die europäischen Anbieter Nokia und Ericsson setzen.

Der Konflikt um Huawei ist neu entbrannt, seitdem Präsident Donald Trump das Unternehmen und 70 andere Firmen auf eine schwarze Liste setzte. Damit ist es US-Konzernen untersagt, Geschäfte mit den Chinesen zu machen. Trump wirft Huawei vor, dass mit seinen Produkten Spionage betrieben werden könne.

lg/rtr/dpa