Shops von Sprint und T-Mobile in New York

Kommt die Fusion? T-Mobile und Sprint nähern sich an

Stand: 24.09.2017, 12:18 Uhr

Die Deutsche Telekom und der japanische Softbank-Konzern kommen sich laut Kreisen bei den Details einer möglichen Fusion ihrer US-Mobilfunktöchter näher.

Vor allem bei einer der Kernfragen, der Bewertung der Unternehmen, sind beide Unternehmen offenbar einen großen Schritt weiter gekommen. So sei Softbank bereit, für den viertgrößten US-Mobilfunker Sprint eine Bewertung nahe des derzeitigen Börsenwerts zu akzeptieren, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Ein solcher Bewertungsansatz sei inzwischen auch für die Telekom offenbar die Grundlage für weitere Gespräche. Ursprünglich hatte der deutsche Konzern bei der chronisch gewinnschwachen Sprint den Angaben zufolge noch einen Abschlag aushandeln wollen. Sprint ist derzeit rund 34 Milliarden US-Dollar (28 Mrd Euro) wert und damit deutlich weniger als T-Mobile US. Softbank hält rund 84 Prozent der Sprint-Anteile.

Werden Aktien getauscht?

Die Telekom hält wiederum rund zwei Drittel am Mobilfunker T-Mobile US, der in den letzten Jahren bei Kundenzahlen und Umsatz an Sprint vorbeigezogen ist und hinter den Riesen Verizon und AT&T auf Rang drei liegt. Die US-Sparte, die für das Wachstum beim Bonner Dax-Konzern sorgt, ist derzeit gut 53 Milliarden Dollar wert.

Softbank soll dem Bericht zufolge nun einem reinen Aktientausch zustimmen. Der Konzern des erfolgreichen japanischen Investors Masayoshi Son dürfte an einem Zusammenschluss bei derzeitigen Marktwerten etwas mehr als 30 Prozent halten, die Telekom rund 40 Prozent. Die Telekom wollte die US-Tochter lange Zeit verkaufen, scheiterte aber mehrfach am Einspruch der Aufsichtsbehörden, weil diese ein Abflauen des Wettbewerbs fürchteten.

Seit Amtsantritt von Donald Trump sitzt nun mit Ajit Pai ein neuer Mann an der Spitze der Behörde FCC. Er will Investitionen in die Netze fördern und könnte dafür auch Fusionen in Kauf nehmen.

dpa