Renault-Chef Carlos Ghosn
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Gespräche über Komplettfusion Hochzeit von Renault und Nissan?

Stand: 29.03.2018, 12:06 Uhr

Das Fusionsfieber ist geweckt: Renault-Chef Carlos Ghosn, der praktischerweise auch bei Nissan das Sagen hat, feilt am Autoweltkonzern. Er will Nissan und Renault verheiraten.

Der französische Autobauer und sein langjähriger Partner Nissan sollen laut Kreisen nun zu einem Unternehmen verschmolzen werden. Der 64-jährige Ghosn, der vor Kurzem erst eine Vertragsverlängerung als Renault-Vorstandschef bis 2022 erhielt, treibe das Vorhaben in Gesprächen voran, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Ein neues Schwergewicht

Entstehen soll ein neues Schwergewicht unter den Massenherstellern. Haken könnte es am Staatseinfluss: Die französische Regierung hat bei Renault ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Ghosn hat bei beiden Unternehmen das Sagen. Berichte über ein mögliches komplettes Zusammengehen gibt es schon länger, Ghosn hatte die Möglichkeit auch nicht ausgeschlossen.

Regierung soll weg

Im Februar hatte er gesagt, dass er Pläne ausarbeiten wolle, die Allianz der Unternehmen "unumkehrbar" zu machen. Anfang des Monats erst hatte es in Berichten der Nachrichtenagentur Reuters geheißen, Ghosn arbeite daran, die französische Regierung bei Renault herauszukaufen - was von den Beteiligten als Spekulation abgetan wurde. Auch zu den neuen Informationen wollten Renault und das französische Finanzministerium keine Stellung nehmen.

Schon lange Partner

Renault und Nissan sind seit 1999 verbunden und arbeiten bei Technik und Einkauf eng zusammen. Renault hat derzeit einen Anteil von gut 43 Prozent an Nissan, Nissan besitzt 15 Prozent an Renault. Bei Renault sitzt aber auch der französische Staat mit einem Anteil von 15 Prozent mit im Boot.

Fusionsfieber treibt Autoaktien

Von den Fusionsspekulationen profitieren Renault- und Nissan-Aktien. Der Kurs von Renault schoss acht Prozent in die Höhe auf 100,80 Euro. Die Aktie war damit so teuer wie seit Dezember 2007 nicht mehr. Aber auch andere Autoaktien waren gefragt. Im Dax legten Volkswagen, BMW und Daimler rund zwei Prozent zu.

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
83,54
Differenz relativ
+1,05%
Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
56,32
Differenz relativ
+0,99%
Volkswagen VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
151,10
Differenz relativ
+1,93%

dpa