Deutsche Bank-Schriftzug von den Doppeltürmen

US-Aufseher besorgt über die Deutsche Bank Für die Amerikaner eine Problembank

Stand: 31.05.2018, 15:32 Uhr

Die Aktie der Deutschen Bank ist am Donnerstagnachmittag erneut massiv unter Druck geraten. Offenbar hat die US-Einlagensicherung FDIC das Geldhaus auf eine Liste von "Problembanken" gesetzt. Die Frankfurter reagieren mit einer Klarstellung.

Trotzdem verliert die Aktie der Deutschen Bank in der Spitze über sieben Prozent und rutscht bei 9,06 Euro auf ein neues Jahrestief. Wie das "Wall Street Journal" berichtete, stufte die US-Notenbank Fed das amerikanische Geschäft der Bank bereits vor einem Jahr als "in schwierigem Zustand" ein. Im ersten Quartal habe die US-Einlagensicherung FDIC das Geldhaus auf eine Liste von "Problembanken" gesetzt, schrieb die "Financial Times".

Wie ein vom "Wall Street Journal" zitierten Insider berichtet, sei ein solcher Tadel selten, führe zu einer kurzen Leine der Aufseher und habe mit dazu geführt, dass das Geldhaus sich dazu entschlossen habe, Teile des riskanteren Investmentbankings zurückzufahren. Laut der Zeitung ist der sogenannte "Troubled Condition"-Status eine der schwächsten Bewertungen, die die Fed als Aufsichtsbehörde über die Großbanken vergibt. In der Konsequenz habe die Deutsche Bank wichtige Personalentscheidungen zu US-Managern mit der Notenbank abstimmen müssen. Ein Fed-Sprecher wollte sich der Zeitung zufolge nicht dazu äußern.

Deutsche Bank hat ausreichend Liquidität

Die Deutsche Bank betonte in einer Stellungnahme, die Muttergesellschaft des Konzerns, die Deutsche Bank AG, sei sehr gut kapitalisiert und verfüge über erhebliche Liquiditätsreserven. Tatsächlich hätten die Aufseher in einigen Bereichen Schwächen identifiziert in Bezug auf die Infrastruktur.

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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"Wir arbeiten daran, die festgestellten Schwächen zu beheben", so die Deutsche Bank. Anleger sind trotzdem verunsichert, wie ein Börsianer feststellte: "Das ist natürlich alles nicht gerade vertrauenserweckend."

Wichtigste US-Tochter

Die FDIC macht keine konkreten Angaben zu den Banken auf der Liste, doch das Gesamtvermögen der als potenziell gefährdet eingestuften Institute stieg im Quartalsvergleich um gut 42 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa der Bilanzsumme der US-Tochter der Deutschen Bank, die zum Quartalsende 42,1 Milliarden Dollar auswies.

Die Einheiten, die in dem Artikel genannt werden, sind drei spezifische US-Töchter - DB USA Corp, Deutsche Bank Trust Corporation und Deutsche Bank Trust Company Americas, die wichtigste US-Tochter. Letztere habe eine sehr robuste Bilanz.

Bereits in den Vortagen war die Deutsche Bank-Aktie wegen der allgemeinen Skepsis über die Strategie des heimischen Branchenprimus unter Druck geraten und hatte die psychologisch wichtige Marke von zehn Euro durchbrochen. Unter dem neuen Vorstandschef Christian Sewing will sich das Institut auf das Geschäft in Deutschland und Europa konzentrieren. Allerdings müssen 7.000 der 97.000 Beschäftigten die Bank verlassen.

lg/dpa/rtr

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