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Deutlich weniger Gewinn und sogar weniger Umsatz Daimler fährt auf Schrumpfkurs

Stand: 26.04.2019, 09:04 Uhr

Auf den künftigen Daimler-Chef Ola Källenius wartet viel Arbeit. Der Stuttgarter Konzern ist schwach ins neue Autojahr gestartet. Der Gewinn sackte im ersten Quartal unerwartet deutlich ab. Modellwechsel drückten den Absatz.

Gegenwind für Daimler: Ähnlich wie das letzte Jahr geendet hat, hat das neue Jahr begonnen. In den ersten drei Monaten 2019 brach der Gewinn des Autobauers um neun Prozent ein - von 2,27 Milliarden auf 2,10 Milliarden Euro. Bereits 2018 war der Nettogewinn um fast ein Drittel zurückgegangen.

Zweistelliger Ergebniseinbruch

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte gar um 16 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro ab. Daimler schnitt damit schlechter ab, als von Analysten erwartet. Diese waren von einem Rückgang um 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro ausgegangen.

Schuld waren die schwächere Autokonjunktur und Modellwechsel. Im ersten Quartal verkaufte der Premiumhersteller weltweit 5,6 Prozent weniger Autos. Zudem belasteten ungeplant hohe Anlaufkosten für ein Werk in Mexiko die Bilanz.

Auch beim Umsatz musste Daimler den Rückwärtsgang einlegen. Die Erlöse sanken leicht von 39,8 auf 39,7 Milliarden Euro. In der wichtigen Pkw-Sparte sackte die Umsatzrendite von neun auf 6,1 Prozent ab.

Kräftige Bremsspuren in der Kernsparte Mercedes

Einen Einbruch erlitt abermals die Kernsparte Mercedes-Benz Cars. Das Ebit ging um mehr als ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro zurück, die Rendite sank damit fast um drei Prozentpunkte auf sechs Prozent. Gerade auf dem wichtigsten Markt China, dem bisherigen Wachstumsmotor, flaute die Nachfrage ab.

Die Renditen der deutschen Autobauer sind wegen der hohen Investitionen in die Wende zum Elektroauto oder Ausgaben für die teure Technologie des autonomen Fahrens ohnehin schon unter Druck. Von der für Oberklasse-Wagen möglichen Zielmarke von zehn Prozent hat sich die Marke mit dem Stern deshalb schon länger verabschiedet.

Jahresziel ambitioniert

Mit diesem Jahresstart sei Daimler nicht zufrieden, erklärte Vorstandschef Dieter Zetsche. "Nun gilt es, mit aller Kraft auf unsere Jahresziele hinzuarbeiten." 2019 sollen Absatz, Umsatz und Ergebnis leicht steigen. Davon ist der Autobauer momentan noch weit entfernt.

Sparprogramm in Vorbereitung

Angesichts der schrumpfenden Gewinne hat der Konzern ein Sparprogramm in Aussicht gestellt. Wie dieses genau aussieht, wird wohl Ola Källenius sagen, sobald er im Mai Dieter Zetsche auf dem Chefsessel von Daimler ablöst. Laut "Manager Magazin" will der Schwede bei Mercedes zusätzlich sechs Milliarden Euro, in der Truck-Sparte zwei Milliarden Euro sparen.

Die Quartalszahlen kommen an der Börse schlecht an. Vorbörslich büßen die Aktien von Daimler ein Prozent ein. Seit Jahresbeginn haben sich die Titel freilich stärker erholt als die anderen Autopapiere wie BMW und VW.

nb

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