Fuchs Petrolub
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Jahresprognose angehoben Fuchs, der Werteschaffer

Stand: 01.08.2017, 13:29 Uhr

Mit Rückschlägen mussten die Aktionäre des Mannheimer Schmierstoffherstellers Fuchs in den letzten Jahren immer mal wieder rechnen. Doch wer dabei geblieben ist, kann sich über satte Zugewinne freuen, notiert doch die Aktie nahe ihres Rekordhochs.

Die im MDax notierte Aktie kommt heute zwar nicht weiter voran, allerdings hat sie seit Jahresbeginn rund 25 Prozent an Wert gewonnen. Die Chancen stehen gut, dass die Aktie in den kommenden Monaten weiter zulegt. Fuchs ist jedenfalls zuversichtlich, seine bisherige Jahresprognose zu übertreffen.

Angesichts der neuen Rahmenbedingungen geht das Management für 2017 nun von einem Umsatzwachstum zwischen sieben und zehn Prozent aus. Zuvor hatte es ein Plus zwischen vier und sechs Prozent angepeilt. Beim operativen Ergebnis (Ebit) rechnen die Mannheimer weiterhin mit einem Wachstum zwischen einem und fünf Prozent. Mit 190 Millionen Euro lag diese Kennzahl im ersten Halbjahr allerdings unter den Erwartungen der Analysten. Auch beim Nettogewinn wurden die Schätzungen mit 134 Millionen Euro leicht verfehlt.

Erhebliche Investitionen

Die Wachstumsoffensive gehe mit erheblichen Investitionen einher, sagte Unternehmensschef Stefan Fuchs bei Bekanntgabe der Halbjahreszahlen. Fuchs hat vor zwei Jahren ein großes Investitionsprogramm gestartet. Bis 2018 will das Unternehmen 300 Millionen Euro in den Aus- und Neubau von Werken stecken.

Zudem hat der Konzern mit der Deutschen Pentosin-Werke GmbH und der Statoil Fuel & Retail Lubricants AB im Mai und August 2015 zwei größere Unternehmen gekauft. Dazu kamen im letzten Jahr zwei Übernahmen in den USA: Im Mai hatte Fuchs dem Ölkonzern Chevron sein Weißöl- und Schmierstoffgeschäft für die Nahrungsmittelindustrie abgekauft. Mit Ultrachem kam im August zudem ein Spezialist für Industrieöle hinzu.

Analysten bleiben bei "Neutral"

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wuchsen die Erlöse um knapp zehn Prozent auf 1,25 Milliarden Euro. Wie schon im ersten Quartal verzeichnete Fuchs Petrolub die höchsten Zuwächse in der Region Asien-Pazifik und Afrika - hier setzte das Unternehmen fast 22 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor. Aber auch in Europa sowie Nord- und Südamerika lief es besser. In den USA zogen die Umsätze zusätzlich dank Zukäufen im Industrie-und Lebensmittelbereich an.

Die Baader Bank hat die Einstufung für Fuchs nach den Zahlen auf "Sell" mit einem Kursziel von 43 Euro belassen. "Neutral" lautet auch das Urteil der Investmentbank Equinet, bei einem Kursziel von 47 Euro. Dem dynamischen Umsatzwachstum des Schmierstoffherstellers stehe die hinter der Konsensschätzung zurückgebliebene operative Ergebnisentwicklung (Ebit) gegenüber, schrieb Analyst Knud Hinkel.

lg