Notaufnahme einer Helios-Klinik

Prognose vorerst bestätigt Fresenius warnt vor Kapazitätsengpässen in Kliniken

Stand: 26.03.2020, 07:04 Uhr

Fresenius, Europas größter privater Klinikbetreiber, blickt einem Medienbericht zufolge mit Sorge auf eine weitere Zuspitzung der Coronakrise. In Deutschland betreibt der Konzern unter der Marke Helios 86 Krankenhäuser. Die Prognose erhält Fresenius bislang aufrecht.

"Ich kann nicht garantieren, dass unser Personal und unsere Ausrüstung zum Höhepunkt der Krise ausreichen werden", sagte Vorstandschef Stephan Sturm der "Wirtschaftswoche". Er könne aber versichern, "dass wir alles Menschenmögliche tun werden." Die Entwicklung verlaufe "viel dynamischer" als von ihm erwartet. In den Helios-Kliniken werde derzeit eine "niedrige dreistellige Zahl" an Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, behandelt.

Von derzeit rund 28.000 Intensivbetten in Deutschland stünden knapp 1.000 in den Helios Kliniken. "Wir werden die Zahl wohl nicht verdoppeln können, aber wir werden sie ganz erheblich steigern", sagte er. Man arbeite daran, Operationssäle bei Bedarf in Intensivstationen umwandeln zu können, und versuche, zusätzliche Beatmungsgeräte zu beschaffen.

Stephan Sturm, CEO, Fresenius

Stephan Sturm. | Bildquelle: Unternehmen

Produktion in China auf Hochtouren

Die wirtschaftliche Lage des Konzerns sieht Sturm gelassen. "Unser Betrieb läuft weiter, und unsere Produkte und Dienstleistungen werden mehr denn je gebraucht", sagte Sturm. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, laufe die Produktion reibungslos, in China arbeiteten die Fabriken "wieder auf vollen Touren".

Grund für eine Korrektur der Prognosen gebe es nicht. Der Konzern hatte bei der Vorlage der 2019er-Zahlen im Februar mitgeteilt, dass der Umsatz im laufenden Jahr währungsbereinigt um bis zu 7 Prozent und der Gewinn um bis zu 5 Prozent steigen soll. Fresenius Helios ist nicht nur in Deutschland aktiv, sondern ist über die Tochter Quirónsalud auch in Lateinamerika und Spanien vertreten.

Kursziel kräftig gesenkt

Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Fresenius in einer aktuellen Analyse kräftig von 72,10 auf 59,50 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf "Buy" belassen. Aufgrund der akuten Corona-Krise habe er seine Ergebnisprognosen (EPS) für die europäischen Medizintechnik-Unternehmen im laufenden Jahr um durchschnittlich 20 bis 25 Prozent reduziert, schrieb Analyst Scott Bardo. Die mittel- bis langfristig positiven Fundamentaldaten, die den Sektor nun schon ein Jahrzehnt lang stützten, seien aber intakt, betonte er.

ts/dpa