Fresenius-Schriftzug vor der Unternehmens-Zentrale in Bad Homburg

Gewinn soll 2020 wieder steigen Fresenius wieder fit

Stand: 20.02.2020, 11:51 Uhr

Die mageren Zeiten für Fresenius sind vorbei. Nach der Gewinnflaute im vergangenen Jahr will der Gesundheitskonzern 2020 wieder kräftig zulegen. Auch die Fresenius-Tochter FMC kommt voran. Die Börse applaudiert.

Die Aktien der Bad Homburger Fresenius-Familie sind am Donnerstag heiß begehrt. Die Titel von Fresenius gewinnen fünf Prozent, die Papiere der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) legen ähnlich stark um 4,5 Prozent zu. Beide führen mit Abstand den Dax an.

Fresenius hat einen vielversprechenden Ausblick auf das laufende Jahr gegeben. Währungsbereinigt soll das Konzernergebnis 2020 um ein bis fünf Prozent zulegen, kündigte der Vorstand an. Die Erlöse sollen noch kräftiger, nämlich um vier bis sieben Prozent steigen.

Fresenius macht sich wetterfest

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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34,10
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Im vergangenen Jahr stagnierte der Gewinn – währungsbereinigt. Wechselkursschwankungen eingerechnet legte er um zwei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu, obwohl Vorstandschef Stephan Sturm tief in die Tasche gegriffen hatte, um Fresenius wetterfest zu machen. "Wir haben wie angekündigt kräftig in unser weiteres Wachstum investiert und dabei noch einen leichten Anstieg beim Gewinn erreicht", erklärte Sturm am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. "Fresenius ist gut gerüstet."

Sturm hatte für das vergangene Jahr Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro eingeplant. Schon früh stand deshalb fest, dass der Gewinn 2019 währungsbereinigt stagnieren und es erst ab 2020 wieder aufwärts gehen wird.

Sorgenkind war die Sparte Kabi, die sich auf Flüssigarzneien, Infusionen und klinische Ernährung spezialisiert hat. Das Ergebnis von Kabi sank 2019. Ein kräftiges Wachstum in den Schwellenländern konnte die schwächere Entwicklung in Nordamerika nicht ganz kompensieren. Auch die zu Fresenius gehörende Krankenhauskette Helios musste einen Gewinnrückgang hinnehmen. Nur in Spanien gab es ein deutliches Wachstum – dank der Tochter Quironsalud. In Deutschland stabilisierte sich das Geschäft.

Geschäft mit Heimdialyse beflügelt FMC

Als tragende Stütze für den Fresenius-Konzern erwies sich die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care. Sie profitierte im vergangenen Jahr von einem starken Geschäft mit Produkten für die Dialyse in den eigenen vier Wänden. In Nordamerika erzielte FMC 2019 ein Rekordwachstum in der Behandlung von Patienten zu Hause auf inzwischen mehr als 25.000.

Der bereinigte Konzerngewinn stieg um zwei Prozent auf 1,37 Milliarden Euro, schrumpfte währungsbereinigt allerdings um zwei Prozent. Im Vorjahr hatte der Dialyse-Konzern noch von einem Verkaufsgewinn von Aktivitäten im Versorgungsmanagement profitiert.

Dividende steigt 23. Jahr in Folge

FMC durchläuft derzeit ein Effizienzprogramm. Das Sparprogramm werde sich voraussichtlich ab dem laufenden Geschäftsjahr positiv auf das Konzernergebnis auswirken. Für 2020 rechnet FMC mit einem Umsatz- und Ergebnis-Plus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

FMC-Aktionären winkt für das abgelaufene Jahr eine Rekorddividende von 1,20 Euro je Aktie - drei Cent mehr als im Vorjahr. Es wäre die 23. Dividendenerhöhung in Folge. Die Konzernmutter Fresenius erhöht die Dividende um vier Cent auf 84 Cent je Aktie.

nb