Fresenius-Schriftzug vor der FMC-Zentrale in Bad Homburg

Jahresziele bestätigt Fresenius und FMC trotzen der Corona-Krise

Stand: 06.05.2020, 08:27 Uhr

Der Gesundheitskonzern Fresenius und dessen Dialysetochter FMC sind mit Zuwächsen ins Jahr gestartet - und sehen vorerst keine Veranlassung ihre Jahresziele zu revidieren. Doch das könnte sich noch ändern.

Eine verlässliche Bewertung und Quantifizierung positiver und negativer Effekte der Pandemie sei derzeit noch nicht möglich, erklärte Fresenius am Morgen. "Die Covid-19-Pandemie stellt auch Fresenius vor nicht gekannte Herausforderungen", sagte Vorstandschef Stephan Sturm. Wie sich die Pandemie konkret im gesamten Geschäftsjahr auswirke, sei noch nicht verlässlich absehbar.

Daher geht Sturm vorerst weiter von einem währungsbereinigten Umsatzplus von vier bis sieben Prozent und einem Zuwachs des Konzerngewinns von bis zu fünf Prozent aus. Eine neue Prognose peilt er mit Bekanntgabe der Halbjahreszahlen Ende Juli an. Auch die wie Fresenius im Dax notierte Dialysetochter FMC bekräftigte ihre Ziele und rechnet weiter mit einem währungsbereinigten Wachstum des Umsatzes sowie des bereinigten Konzerngewinns im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

Auch FMC mit gutem Jahresstart

Im ersten Quartal konnte Fresenius trotz erster Belastungen durch die Corona-Pandemie die Erlöse auch dank guter Geschäfte der Dialysetochter um acht Prozent auf 9,1 Milliarden Euro steigern, währungsbereinigt betrug das Plus sieben Prozent. Während das operative Ergebnis bei rund 1,13 Millionen Euro stabil blieb, kletterte das Konzernergebnis um zwei Prozent auf 465 Millionen Euro. Wechselkurseffekte bereinigt war dies ein Plus von einem Prozent.

Auch FMC trotze der Krise. Zum Jahresstart hatte die Dialysetochter den Umsatz um neun Prozent auf rund 4,49 Milliarden Euro ankurbeln können. Das bereinigte Konzernergebnis sank um ein Prozent auf 283 Millionen Euro, währungsbereinigt ging es um drei Prozent zurück. Beide Kennziffern fielen damit besser aus als von Analysten erwartet.

Keine Produktionsunterbrechung

Die Herstellung von Dialyseprodukten konnte das Unternehmen bislang weltweit ohne größere Unterbrechungen aufrechterhalten. Allerdings fielen hohe Kosten für zusätzliche Maßnahmen im Zuge der Pandemie an, etwa für Schutzausrüstungen und vorgehaltene Kapazitäten für isolierte Dialysebehandlungen. Gleichwohl rechnet FMC für 2020 vorerst weiter mit einem währungsbereinigten Wachstum des Umsatzes sowie des bereinigten Gewinns im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

Fresenius profitierte von einem Nachfrageschub wichtiger Medikamente und medizintechnischer Geräte zur Behandlung von Corona-Patienten in Europa und den USA. Das konnte rückläufige Geschäfte in China wegen der Pandemie teilweise wieder wettmachen. In Deutschland werde die Klinikkette durch das Gesetz zur wirtschaftlichen Entlastung der Krankenhäuser unterstützt.

Die Anleger reagierten zunächst erfreut auf die Zahlen. Auf der Handelsplattform Tradegate legte die Fresenius-Aktie um bis zu vier Prozent zu. Auch die ebenfalls im Dax notierten Papiere von FMC waren gefragt. Analysten begrüßten, dass der Gesundheitskonzern seine Jahresprognose zunächst beibehält.

lg/rtr/dpa