Fresenius-Schriftzug vor der FMC-Zentrale in Bad Homburg

US-Geschäft belastet das Gesamtjahr Fresenius und FMC ohne Impulse

Stand: 30.10.2018, 08:27 Uhr

Der Gesundheitskonzern Fresenius und seine Tochter FMC konnten im dritten Quartal erwartungsgemäß nur mäßiges Wachstum liefern. Die Aktien waren nach der Prognosesenkung vor zwei Wochen auf Tauchstation gegangen.

Keinen neuen Schwung dürften die beiden Dax-Titel heute nehmen, um die Verluste von Mitte Oktober wieder auszugleichen. Wegen Problemen im US-Geschäft des Dialyse-Konzerns Fresenius Medical Care (FMC) waren dessen Papiere, aber auch die der Muttergesellschaft Fresenius dramatisch eingebrochen. Beide Unternehmen mussten die Jahresprognosen nach unten korrigieren.

Die Zahlen zum dritten Quartal sind entsprechend im Rahmen der neuen Schätzungen. Bei FMC ging der Umsatz den endgültigen Zahlen zufolge um sechs Prozent auf 4,06 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich sank das Ergebnis wie bereits erwartet um acht Prozent auf 285 Millionen Euro. Das Unternehmen sieht auch für das vierte Quartal 2018 noch Belastungen im wichtigen US-Geschäft. "Wir gehen davon aus, dass sich das derzeitige Behandlungswachstum und das unter Plan liegende Akquisitionsvolumen auch auf die Ergebnisse des vierten Quartals auswirken werden", so Vorstandschef Rice Powell am Dienstag. "Wir haben bereits geeignete Maßnahmen identifiziert und mit der Umsetzung begonnen."

Auch bei der Mutter Fresenius halten sich die Wachstumsfantasien damit in Grenzen. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Quartal seine Umsätze um drei Prozent auf 8,2 Milliarden Euro gesteigert, um Wechselkurs-Schwankungen bereinigt betrug das Plus vier Prozent. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) im laufenden Geschäft stagnierte bei 1,11 Milliarden Euro, das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern zog um acht Prozent auf 445 Millionen Euro an. Gute Geschäfte bei der Sparte Fresenius Kabi sorgten hier dafür, dass die Delle durch FMC zumindest ausgeglichen werden konnte.

Fresenius gab am Dienstag zudem eine Übernahme bekannt. Über die spanische Kliniktochter Quironsalud übernimmt man den privaten Krankenhausbetreiber Clinica Medellin in Kolumbien. Der Zukauf kostet Fresenius mehr als 50 Millionen Euro und soll im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein, sofern die Wettbewerbs- und Gesundheitsbehörden zustimmen. Clinica Medellin betreibt nach Unternehmensangaben zwei Krankenhäuser in der Großstadt Medellin mit insgesamt 185 Betten. Die spanische Quironsalud gehört seit Februar 2017 zum Konzern und war mit rund 5,8 Milliarden Euro bisher die teuerste Übernahme in der Geschichte von Fresenius.

Die Aktien beider Dax-Unternehmen dürften heute keine großen Sprünge machen. Nach vorbörslichen Indikationen werden die Titel mit kleinen Zugewinnen in den Handel starten.

AB