Fresenius-Firmensitz in Bad Homburg
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Aktie unter Druck Fresenius rudert zurück

Stand: 07.12.2018, 08:22 Uhr

Der Gesundheitskonzern liefert schlechte Nachrichten für Anleger. Die Aktie rutscht im Freitagshandel um fast zehn Prozent ab. Das Dax-Unternehmen hat seine langfristigen Ziele gekappt.

Wegen "Gegenwind im laufenden Geschäft und hohen Investitionen im kommenden Jahr" seien die Ziele für das Jahr 2020 nicht mehr zu halten, teilte das Bad Homburger Unternehmen bereits am Donnerstagabend mit. Auf Basis der Erwartungen für das laufende und das kommende Jahr sei "nicht mehr damit zu rechnen", dass die Ziele für 2020 erreicht würden. Auch im kommenden Jahr werden die Geschäfte eher stagnieren.

FMC als Spielverderber

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Ab 2020 rechnet Fresenius wieder mit einem Umsatzwachstum aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Bereich. Das Konzernergebnis soll etwas stärker als der Umsatz zulegen. Bereits Mitte Oktober hatte das Unternehmen für das laufende Jahr ein wenig zurückgerudert. Vor allem die Tochter FMC ist dafür verantwortlich, die ebenfalls im Dax notiert. Der Dialysespezialist leidet unter schwächelnden Geschäften im Kernmarkt USA und ökonomischen Turbulenzen in Schwellenländern.

Und im Klinikgeschäft bei Fresenius Helios belastet der Trend zu ambulanten Behandlungen: Weniger Patienten bleiben über Nacht im Krankenhaus, was die Einnahmen drückt. Die gute Entwicklung mit Flüssigmedizin bei Fresenius Kabi konnte das nicht ausgleichen. Für das kommende Jahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten Konzernergebnis auf gleichem Niveau wie 2018.

Investitionen nötig

FMC

FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Der Umsatz dürfte aus eigener Kraft im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Fresenius arbeite an Maßnahmen zur Umsatzsteigerung und Kostensenkung, hieß es weiter. FMC rechnet derweil für das kommende Geschäftsjahr mit einem soliden Umsatzwachstum und einem Konzernergebnis etwa auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2018. Fresenius will die Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in die Weiterentwicklung des Geschäfts im kommenden Jahr nochmals steigern.

Aktien im freien Fall

Die Fresenius-Aktie hatte sich nach vielen guten Jahren bereits in den vergangenen Monaten eher mager entwickelt. Mit dem Rückschlag an den Weltbörsen und der Warnung vor schwächeren Geschäften hat die Aktie nun heftige Schlagseite bekommen und ist am Freitag nur noch rund 43 Euro wert. Im Sommer notierte der Titel noch bei 70 Euro. Auch Papiere der Tochter FMC werden am Morgen mit klaren Verlusten von mehr als sechs Prozent gehandelt.

AB