Zwei Fresenius-Logos
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Ergebnisbelastungen durch Übernahme Fresenius und FMC mit Licht und Schatten

Stand: 30.07.2019, 09:19 Uhr

Die beiden Dax-Unternehmen haben für das zweite Quartal Geschäftszahlen mit einigen Ecken und Kanten vorgelegt. Die Erwartungen wurden nur zum Teil erfüllt. Bei den Aktien geht die Anlegermeinung in unterschiedliche Richtungen.

Während die Fresenius-Aktie am Morgen zunächst um rund 2,5 Prozent stiegt, geht es mit dem Papier der Tochter Fresenius Medical Care (FMC) etwa gleichstark bergab.

Beim Dialysekonzern FMC zeigten sich die Experten offenbar vor allem wegen des gesunkenen Gewinns leicht enttäuscht. Der ging im Quartal um drei Viertel auf 254 Millionen Euro zurück, das lag unter den Prognosen des Marktes.

Einmaleffekte und Übernahme

Allerdings hatte die Vorjahresbilanz durch Sondereffekte durch einen Verkauf im Bereich Versorgungsmanagement einmalig stark profitiert. Im abgelaufenen Quartal hat sich zum die Übernahme des US-Unternehmens NxStage beim Ergebnis bemerkbar gemacht, mit dem Deal soll das Geschäft mit der Heimdialyse ausgebaut werden.

Die Umsätze bei FMC sind weiterhin im Vorwärtsgang, sie legten von April bis Juni um drei Prozent auf 4,35 Milliarden Euro zu. Organisch, also ohne die Übernahme von NxStage, betrug das Umsatzplus sogar acht Prozent. Den Ausblick bestätigte die Fresenius-Tochter: Für 2019 erwartet der Konzern weiterhin ein bereinigtes Umsatzwachstum zwischen drei und sieben Prozent, während sich das bereinigte Ergebnis in einer Spanne von minus zwei bis plus zwei Prozent entwickeln soll. 2020 sollen Umsatz und Ergebnis zudem, jeweils bereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich, zulegen.

Fresenius wächst stabil

Bei der Konzernmutter Fresenius sind Anleger vor allem wegen einer Erhöhung der Umsatzprognose auf der Käuferseite. Der Konzern rechnet nun für 2019 mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von vier bis sieben Prozent, nach zuvor drei bis sechs Prozent, wie der Dax-Konzern am Dienstag mitteilte.

Wegen der erwarteten Ergebnisbelastungen aus der Übernahme der US-Firma NxStage erwartet aber auch Fresenius trotz des Umsatzanstiegs weiterhin nur einen stagnierenden Gewinn. Im zweiten Quartal erhöhte sich der währungsbereinigte Umsatz um sechs Prozent auf 8,8 Milliarden Euro, das bereinigte Konzernergebnis stagnierte bei 480 Millionen Euro. "Wir blicken auf ein gutes zweites Quartal 2019 mit gesundem Wachstum aus eigener Kraft in allen vier Unternehmensbereichen", sagte Fresenius-Chef Stephan Sturm. "Unsere Investitionen in künftiges Wachstum laufen wie geplant."

Aktien schlechter als der Dax

Beide Aktien hatten in den vergangenen Monaten einen schweren Stand gegenüber dem Dax. Während FMC binnen der vergangenen zwölf Monate rund 20 Prozent verlor, ging es bei Fresenius sogar um 32 Prozent abwärts. Der Dax hat im selben Zeitraum nur drei Prozent verloren.

AB