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Trotz anhaltender Bremsspuren Fresenius: Hoffnung kommt auf

Stand: 20.02.2019, 13:23 Uhr

Aktionäre von Fresenius und der Tochter FMC hatten im vergangenen Jahr nichts zu lachen. Wie holprig die Geschäfte liefen, zeigt die am Morgen veröffentlichte Bilanz. Doch es gibt Hoffnung auf Besserung. Auch die Aktionäre sind erleichtert.

So hat der Bad Homburger Gesundiosheitskonzern im Schlussquartal 2018 sowohl Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Überschuss kletterte um sechs Prozent auf 504 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. Das Betriebsergebnis (Ebit) stagnierte allerdings bei 1,25 Milliarden Euro. Fresenius setzte 8,8 Milliarden Euro um, ein Zuwachs von sieben Prozent.

In der Bilanz des Gesamtjahres zeigen sich allerdings die im Herbst bekannt gewordenen Probleme. So brach zuletzt das Ergebnis bei der Kliniktochter Helios mit 86 Krankenhäusern in Deutschland und der spanischen Kette Quironsalud um 16 Prozent ein.

Leicht über Erwartungen

Grund waren sinkende Behandlungszahlen mit dem Trend zu ambulanten Behandlungen, zudem verließen viele Ärzte das Unternehmen im Zuge des laufenden Umbaus. Dennoch erreichte Fresenius 2018 das 15. Rekordjahr in Folge. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 33,5 Milliarden Euro und der Gewinn um vier Prozent auf 1,871 Milliarden Euro.

Bei beiden Kennziffern übertraf Fresenius etwas die Erwartungen der Analysten. Im operativen Geschäft lief es allerdings schlechter, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging um vier Prozent auf 4,56 Milliarden Euro zurück. Die Aktionäre will Fresenius dennoch umgarnen. Sie sollen für 2018 eine um fünf Cent höhere Dividende von 80 Cent je Aktie erhalten.

Gegenwind aus den USA

Fresenius musste wegen der Probleme bei seinen Töchtern im vergangenen Oktober seine Prognosen revidieren. Wenige Wochen danach hatte sich der Konzern zudem von seinen Mittelfristzielen verabschiedet. Auch wurde die Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn abgeblasen. Mit verhherenden Folgen für den Aktienkurs: Er stürzte binnen weniger Wochen von 91 auf knapp 55 Euro ab. Von diesem Tief hat er sich zwar wieder deutlich erhöht, ist aber von den im Vorjahr markierten Hochs noch meilenweit entfernt.

Fresenius-Schriftzug vor der Unternehmens-Zentrale in Bad Homburg

FMC-Zentrale in Bad Homburg. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Gegenwind verspürt vor allem die überwiegend in den USA tätige Dialysetochter FMC. Im vierten Quartal sank der Umsatz um drei Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Dennoch stieg der Gewinn um acht Prozent auf 353 Millionen Euro. Den gebeutelten Anlegern stellte FMC eine zehn Prozent höhere Dividende von 1,17 Euro je Anteilsschein und ein Aktienrückkaufprogramm in Aussicht.

FMC will Aktien zurückkaufen

Freseniuschef Stephan Sturm hat 2019 zum Übergangsjahr erklärt und Investitionen angekündigt, um den in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnten Fresenius-Konzern wieder zurück in die Spur zu bringen.

FMC rechnet für 2019 mit einem bereinigten Umsatzwachstum von drei bis sieben Prozent, das bereinigte Jahresergebnis soll sich innerhalb einer Bandbreite von minus zwei bis plus zwei Prozent entwickeln. Auch will FMC die Investoren mit einem Aktienrückkaufprogramm bei der Stange halten. Binnen der nächsten zwei Jahre will die Gesellschaft Aktien im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro über den Kapitalmarkt zurückkaufen. Zudem geht Finanzvorstand Michael Brosnan in den Ruhestand.

Analysten sind zufrieden

Die Analysten des Investmenthauses Bryan Garnier stuften die FMC-Aktien von "Neutral" auf "Buy" hoch. Die Berenberg-Bank hat Fresenius SE nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 70,95 Euro belassen. Der Medizinkonzern habe über ein erfreuliches Schlussquartal 2018 berichtet und einen ermutigenden Ausblick gegeben, schrieb Analyst Tom Jones

lg