Frankfurter Flughafen

Trotz Sommer-Chaos Fraport wächst immer weiter

Stand: 07.11.2018, 11:30 Uhr

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat trotz des Chaos-Sommers in der Luftfahrt im dritten Quartal ein überraschend hohes Gewinnplus erzielt.

Der Gewinn stieg um 16 Prozent auf gut 210 Millionen Euro. Das Ebitda wuchs um acht Prozent auf 419 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 16 Prozent auf 1,02 Milliarden Euro zu. Damit übertraf das Unternehmen durchweg die Erwartungen der Analysten.

Für das laufende Jahr peilt Fraport-Chef Stefan Schulte weiterhin ein Ebitda von an die 1,11 Milliarden Euro an. Hinzu kommt ein Erlös von 77 Millionen Euro aus dem Verkauf der Beteiligung am Flughafen Hannover. An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt rechnet Schulte weiterhin mit gut 69 Millionen Fluggästen, rund sieben Prozent mehr als im Vorjahr.

Immer mehr Passagiere

Am Standort Frankfurt führte das starke Verkehrswachstum zu höheren Erlösen aus Flughafenentgelten, Sicherheitsleistungen und den Parkgebühren. Mit knapp 53 Millionen Fluggästen in den ersten neun Monaten erreichte Frankfurt einen historischen Höchstwert (plus 8,4 Prozent).

Die internationalen Konzern-Flughäfen verzeichneten ebenfalls starke Passagierzuwächse und trugen entsprechend zum Umsatzwachstum bei. Insbesondere die Gesellschaften in Brasilien (plus 66,1 Millionen Euro) sowie in Griechenland (plus 49,8 Millionen Euro) erhöhten den Konzernumsatz deutlich.

Mehr Personal und mehr Dividende

Im Oktober wuchs die Zahl der Fluggäste in Frankfurt nach vorläufigen Zahlen um 5,2 Prozent. Für die ersten zehn Monate steht damit ein Plus von 8,0 Prozent zu Buche.

Fraport-Chef Stefan Schulte

Fraport-Chef Stefan Schulte. | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Schulte sagte allerdings auch, dass das starke Wachstum der Fluggastzahlen die gesamte Branche vor Herausforderungen stelle. In Frankfurt sei mehr Personal eingestellt worden, um die Pünktlichkeit und Verlässlichkeit zu verbessern. Besonders bei der Kontrolle und der Abfertigung der Passagiere hatte es teils massive Verzögerungen gegeben. Dies habe das Ergebnis von Fraport belastet, so Schulte. Unabhängig davon geht der Ausbau der Infrastruktur mit Blick auf Flugsteig G und Terminal 3 voran.

Goldman ist skeptisch

An der Börse kamen die Zahlen gut an - auch weil der Vorstandschef eine höhere Ausschüttung in Aussicht stellte. "Wir gehen davon aus, die Dividende erhöhen zu können", sagte Schulte. Im vergangenen Jahr hatte die Vergütung 1,50 Euro je Aktie betragen.

Eine Ausnahme bildet Goldman Sachs. Deren Analyst, Patrick Creuset, hat die Einstufung für Fraport nach den Zahlen auf "Sell" mit einem Kursziel von 71 Euro belassen. Einer guten Kostenkontrolle im Einzelhandelsgeschäft stehe ein schwaches Abschneiden im internationalen Flughafenbetrieb gegenüber, heißt es in einer Studie. Unverändert schwach seien die erwirtschafteten Barmittel.

lg