Computerbild des Flughafens in Thessaloniki, Griechenland

14 Regionalflughäfen gekauft Fraport: Erste Erfolge in Griechenland

Stand: 11.04.2018, 09:42 Uhr

Mit seinen Auslandsinvestments ist der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport nicht immer gut gefahren. Ganz anders in Griechenland. Dort sieht es zunächst nach Erfolg aus. Doch es gibt auch Herausforderungen.

Dem Fraport-Geschäftsbericht zufolge verlief das erste Geschäftsjahr bis Ende 2017 in Griechenland durchaus erfolgreich. Die Zahl der Passagiere kletterte um gut zehn Prozent auf 27,6 Millionen. Dies führte zu einem Umsatzanstieg auf 235 Millionen Euro - leicht oberhalb der Erwartungen - und einem Gewinn von 13,5 Millionen Euro.

Das neue Unternehmen beschäftigt in seinen Teilgesellschaften knapp 550 Mitarbeiter und soll auch im laufenden Jahr kräftig wachsen. Die größten Ausgaben stehen dem nach Athen entsandten Fraport-Greece-Chef Alexander Zinell und seinem Team aber noch bevor.

400 Millionen für neue Gebäude

Rund 400 Millionen Euro sollen sie an den Flughäfen bis zum Jahr 2021 verbauen, der Löwenanteil ist dabei für neue Abfertigungsgebäude an den Flughäfen Thessaloniki, Korfu, Kefalonia, Lesbos und Kos vorgesehen. Am Ende soll die Gesamtfläche der verfügbaren Terminals um 50 Prozent auf dann 300.000 Quadratmeter wachsen. Da gleichzeitig die Eincheck-Prozesse optimiert würden, sei dauerhaft ein noch höheres Passagieraufkommen möglich, verspricht Fraport-Chef Stefan Schulte.

Fraport-Chef Stefan Schulte

Fraport-Chef Stefan Schulte. | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Computerbild des Flughafens in Thessaloniki, Griechenland

Flughafen Thessaloniki. | Bildquelle: picture alliance / Fraport AG/dpa

Problemlos ist das erste Jahr aber nicht verlaufen, nicht nur wegen der unerwartet schwierigen Landebahn-Sanierung in Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes. Ärger gab es vor allem mit dem parteilosen griechischen Verkehrsminister Christos Spirtzis. Der hatte Fraport im September 2017 vorgeworfen, mit der Modernisierung der Regionalflughäfen in Verzug geraten zu sein.

Lob von der Tourismusbranche

Schulte sagt hingegen: "Wir sind sehr gut unterwegs". Die pauschalen Masterpläne seien bereits von den staatlichen Stellen genehmigt und auch von den spezifischeren Design- oder Baugenehmigungen lägen bereits die ersten vor.

Computerbild des Flughafengebäudes auf Samos

Flughafengebäude auf Samos. | Bildquelle: Obermeyer Hellas

Von der Tourismusbranche werden die Frankfurter bislang wohlwollend begleitet. Giannis Kapasakalis, Direktor einer der größten Reiseagenturen Griechenlands auf der Touristeninsel Kos, ist zufrieden. Man müsse bedenken, dass Fraport keine Zeit hatte binnen weniger Monate alles neu zu gestalten, wie manche es sich wünschen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

1,2 Milliarden Euro-Kauf

Tatsächlich muss Fraport in Griechenland beweisen, dass die in dem Land heftig kritisierte Privatisierung nicht nur den beteiligten Unternehmen nutzt, sondern auch die Infrastruktur verbessert und damit dem klammen EU-Staat helfen. Gut 1,2 Milliarden Euro haben die Frankfurter (73,4 Prozent Anteil) gemeinsam mit dem griechischen Infrastruktur-Konzern Copelouzos an den griechischen Staat bezahlt, um 40 Jahre lang 14 Regionalflughäfen betreiben zu dürfen - drei auf dem Festland und elf auf den Inseln, darunter bekannte Namen wie Santorin, Mykonos oder Korfu.

lg/dpa