Frankfurter Flughafen

Heimatstandort Frankfurt wächst Fraport: Der positive Trend hält an

Stand: 09.05.2018, 14:09 Uhr

Mit solchen Wachstumszahlen hatten selbst Optimisten nicht gerechnet: Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat im ersten Quartal von einer boomenden Ticketnachfrage profitiert.

Dank des kräftigen Wachstums beim Platzhirsch Lufthansa und des breiteren Angebots der Billigflieger Ryanair und Easyjet zählte der Frankfurter Flughafen in den ersten drei Monaten des Jahres zehn Prozent mehr Passagiere, genau 14,4 Millionen Menschen. Für 2018 rechnet Fraport mit 67 bis 68,5 Millionen Fluggästen, rund vier bis sechs Prozent mehr als vergangenes Jahr.

Im ersten Quartal profitierte der Konzern zudem davon, dass er zu Jahresbeginn den Betrieb der Airports Fortaleza und Porto Alegre in Brasilien übernommen hatte. Auch die 14 betriebenen griechischen Regionalflughäfen waren Anfang 2017 noch nicht in den Konzernzahlen enthalten.

Positiver Trend hält an

Insgesamt stieg der Umsatz im ersten Quartal nun um 15 Prozent auf knapp 682 Millionen Euro. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 23 Millionen Euro, ein Plus von fast 28 Prozent. Damit übertraf Fraport die Prognosen der Analysten, und die Zahlen ließen den Aktienkurs um mehr als ein Prozent steigen.

"Der positive Trend aus dem vergangenen Jahr setzt sich ungebrochen fort, sowohl international wie auch in Frankfurt", erklärte Vorstandschef Stefan Schulte. Gebremst wurde das Ergebnis durch einen höheren Zinsaufwand bei Fraport Greece und den Gesellschaften in Brasilien.

Infrastruktur stößt an Grenzen

Der stetige Anstieg der Passagierzahlen bringt den Flughafen und seine zahlreichen Dienstleister allerdings an seine Grenzen. So gibt es immer wieder Probleme wegen der stockenden Passagierabfertigungen in den Terminals des Frankfurter Heimatflughafens. Erst am Dienstag hatte sich die Lufthansa erneut über schleppende Personenkontrollen und lange Umsteigezeiten beschwert, weil die von Fraport beauftragten Firmen einfach zu wenig Personal einsetzten und die vorhandene Gebäudekapazität nicht mehr ausreiche. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte Frankfurt zudem als zu teuer bezeichnet, bei gleichzeitig schwacher Qualität.

Fraport arbeitet deshalb unter Hochdruck am Bau eines neuen, dritten Terminals und der vorzeitigen Eröffnung eines neuen Flugsteigs. Auch in die Infrastruktur der bestehenden Terminals werde weiter investiert, versprach Schulte.

Analysten sind zufrieden

Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Fraport nach den Zahlen für das erste Quartal auf "Buy" mit einem Kursziel von 105 Euro belassen. Das Ebitda des Flughafenbetreibers habe in etwa auf dem Niveau der Erwartungen gelegen, schrieb Analyst Cristian Nedelcu. Auch der Experte der französischen Großbank Société Générale lobte Fraport und beließ die Einstufung auf "Buy" mit einem Kursziel von 105 Euro.

lg