Ford Fusion Mondeo 2017 auf der Automesse in Detroit

Massive Einsparungen Ford wirft Limousinen aus dem Programm

Stand: 26.04.2018, 12:02 Uhr

Dank des Sparkurses hat der zweitgrößte US-Autobauer im abgelaufenen Quartal deutlich mehr Gewinn eingefahren. Nun will Ford noch massiver die Kosten drücken - und stellt die Entwicklung traditioneller Limousinen in Nordamerika ein. Droht dem Mondeo das Aus?

Ford-Chef Jim Hackett tut was: Um die Rentabilität zu steigern, will er die Produktpalette des Konzerns verkleinern. Künftig werden in Nordamerika keine Mittel mehr in die Entwicklung traditioneller Limousinen wie das Mittelklassemodell Fusion gesteckt, kündigte er an. In den kommenden vier Jahren sollen in den USA, Kanada und Mexiko neben SUvs, Pick-ups und E-Cars nur noch sportliche Modelle vom Typ Mustang und Focus Crossover in die nächste Generation gehen, sagte Hackett. Beide Wagen sollen 2019 auf den Markt kommen.

Damit reagiert Ford auf die geänderte Nachfrage der Kunden. In Nordamerika sind vor allem SUVs und Pick-ups gefragt. Limousinen dagegen entwickeln sich zum Ladenhüter.

Das Ende des Ford Fusion?

Das Mittelklassen-Modell Ford Fusion wird in Europa unter dem Namen Ford Mondeo angeboten. Unklar ist, ob die Entscheidung der Amerikaner, kein Geld mehr in die Weiterentwicklung des Fusion zu stecken, Auswirkungen auf den Mondeo in Deutschland hat. Ein Ford-Sprecher dementierte, dass der Mondeo vor dem Aus stehe.

Denn gerade erst hat Ford auf der New York International Auto Show das Facelift für den Fusion vorgestellt. Der Mondeo soll ebenfalls bald geliftet werden.

Noch mehr Milliarden werden eingespart

Bis 2022 will Hackett 25,5 Milliarden Dollar einsparen. Damit werden die Anstrengungen radikal forciert - im Herbst waren noch 14 Milliarden Dollar als Sparziel ausgegeben worden. Die massiven Kostensenkungen zeigen Wirkung. Der Gewinn stieg zu Jahresbeginn kräftig um neun Prozent auf 1,74 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs um sieben Prozent auf knapp 42 Milliarden Dollar.

Die Marge soll deutlich optimiert werden. Bis 2020 will Ford laut Finanzchef Bob Shanks eine Gewinnspanne von acht Prozent erreichen - zwei Jahre früher als bislang geplant. Zuletzt hatte der Wert bei 5,2 Prozent gelegen.

Bei Anlegern kommen die Quartalszahlen und Spar-Maßnahmen gut an. Die Aktie legte nachbörslich um 2,7 Prozent zu.

nb