Rote Ampel vor einem Ford-Logo

Probleme in Europa und Asien Für Ford steht die Ampel auf Rot

Stand: 24.01.2019, 07:46 Uhr

In den USA sind Fords Boliden zwar noch immer gefragt, den Geschmack des internationalen Markts scheint der Autobauer derzeit aber zu verfehlen. Im Schlussquartal verbucht der Konzern einen deutlichen Verlust.

Hohe Sonderkosten sowie zunehmende Probleme in China und Europa haben Ford zum Jahresende in die roten Zahlen getrieben. Unter dem Strich wurde im vierten Quartal ein Verlust von 116 Millionen Dollar verbucht. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Gewinn von 2,5 Milliarden Dollar gegeben. Das bereinigte Betriebsergebnis sank um 28 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar. Der Umsatz immerhin legte leicht zu auf 41,8 Milliarden Dollar.

Börse reagiert gelassen

Auch die Ergebnisse für das Gesamtjahr machen wenig Hoffnung. 2018 fiel in Europa ein operativer Verlust von 398 Millionen Dollar an, im Vorjahr gab es noch einen deutlichen Gewinn. Noch schlechter lief es in Asien, hier verlor Ford 1,1 Milliarden Dollar, und in Südamerika, das die Jahresbilanz mit 678 Millionen Dollar belastete. Diese Probleme führten dazu, dass der Konzerngewinn insgesamt auf 3,7 Milliarden Dollar fiel und sich damit mehr als halbierte.

Trotz der schwachen Zahlen fiel die Marktreaktion gelassen aus. Die Aktie notierte nachbörslich zunächst leicht im Plus. Ford hatte die Erwartungen in der vergangenen Woche bereits gedämpft.

Nur in Nordamerika läuft es

Der Autoriese schlägt sich dank gefragter SUVs und Pick-ups zwar gut im US-Heimatmarkt, hat aber international Schwierigkeiten. Das Europageschäft machte im Schlussquartal ein operatives Minus von 199 Millionen Dollar. In Asien fiel wegen der Probleme in China ein Verlust von 381 Millionen Dollar an. Auch in Südamerika, dem Mittleren Osten und Afrika gab es rote Zahlen. Die einzige Region, wo Ford zuletzt Geld verdiente, ist Nordamerika.

Endgültig verhagelt wurde die Bilanz von einer rund 900 Millionen Dollar schweren Abschreibung auf Pensionspläne. Eine zusätzliche Belastung ist der Zollstreit zwischen den USA und Handelspartnern wie China und der EU, der die Materialkosten für Autobauer deutlich erhöht. Ford-Chef Jim Hackett hat bereits vor Monaten einen tiefgreifenden Konzernumbau angekündigt, der die Kosten massiv senken soll. Teil des Sparprogramms sind auch drastische Stellenkürzungen.

Ford F150 Raptor

Ford F150 Raptor: Für das "Handelsblatt" ein "Traumwagen für Dreckskerle", "mit der Urgewalt eines brünftigen Bison." . | Bildquelle: Unternehmen

Stellenstreichungen in Europa

Erst vor rund zwei Wochen hatte Ford angekündigt, sein Europageschäft neu aufzustellen und dabei Tausende Jobs zu streichen. Von den rund 50 000 Arbeitsplätzen auf dem Kontinent werde "eine beträchtliche Anzahl" wegfallen, sagte Europa-Chef Steven Armstrong. In Deutschland beschäftigt Ford etwa 24.000 Menschen, den Großteil davon in Köln, wo der US-Konzern seine Europazentrale hat. Wie viele Stellen hier genau wegfallen werden, ist bislang noch nicht klar.

ts/dpa