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Dämpfer im vergangenen Jahr Ford ist noch nicht so fit wie erwartet

Stand: 17.01.2018, 08:12 Uhr

Ford will in den kommenden Jahren elf Milliarden Dollar für die Entwicklung von Elektro-Autos ausgeben. Auch soll es viele neue Modelle geben. Doch die Eckdaten von 2017 zeigen, dass die gute Konjunktur nicht alles regelt.

Ford hat im vergangenen Jahr weniger verdient als erwartet. Zudem rechnet der zweitgrößte Autobauer der USA 2018 mit einem Gewinnrückgang. Höhere Materialkosten und ungünstigere Wechselkurse dürften das Ergebnis belasten, teilte der Konzern am Rande der Detroiter Automesse mit.

Anleger reagierten enttäuscht. Die in den vergangenen Monaten gut gelaufene Aktie gab nachbörslich mehr als drei Prozent ab. Auch die Ankündigung einer kräftigen Dividendenerhöhung für das erste Quartal konnte daran nichts ändern. Neben der Standardausschüttung von 15 Cent je Anteilschein sollen zusätzlich 13 Cent den Aktionären zufließen. Zudem erwartet Ford keine Belastung von der neuen Steuerreform.

Verhaltener Ausblick

2017 lag Fords bereinigter Gewinn je Aktie bei 1,78 Dollar, wie aus einer Präsentation vorläufiger Geschäftszahlen hervorging. Damit wurden die Erwartungen deutlich verfehlt - Analysten hatten mit 1,84 Dollar gerechnet.

Auch der Ausblick für 2018 fiel verhalten aus. Ford geht davon aus, dass der Gewinn pro Aktie auf 1,45 bis 1,70 Dollar sinkt. Ausführliche Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2017 sollen am 24. Januar veröffentlicht werden.

Anschluss nicht verlieren

Der Rivale General Motors hatte zuvor für 2017 einen Gewinn am oberen Ende der Prognosespanne zwischen 6,00 und 6,50 Dollar je Aktie in Aussicht gestellt. Im laufende Jahr rechnet der amerikanische Platzhirsch mit einem stabilen Gewinn.

"Wir sind von der Fitness des Unternehmens her nicht dort, wo wir sein sollten“, sagte der neue Vorstandschef Jim Hackett. Um den Anschluss bei wichtigen Themen wie E-Mobilität und dem autonomen Fahren nicht zu verlieren, kündigte Ford auf der Automesse ein riesiges Investitionsprogramm an. Danach sollen die Ausgaben für Elektro- und Hybrid-Autos bis 2022 auf elf Milliarden Dollar erhöht werden. Damit verdoppelt Ford seine Investitionen in E-Autos. Das Geld kommt vor allem aus der Pkw-Sparte, deren Palette er nun reduzieren will.

lg