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Mehr Autos, steigende Kosten Ford: Gut ist nicht gut genug

Stand: 25.01.2018, 08:05 Uhr

Der zweitgrößte amerikanische Autobauer hat im vierten Quartal wieder einen Milliardengewinn erzielt. Auch der Umsatz kletterte. Doch Analysten hatten mehr erwartet.

Das brummende Geschäft mit SUVs und Pick-up-Trucks in Nordamerika hat Ford zum Jahresende deutlich mehr Umsatz beschert. Im vierten Quartal stiegen die Erlöse verglichen mit dem Vorjahreswert um sieben Prozent auf 41,3 Milliarden Dollar. Unter dem Strich ergab sich ein Überschuss von 2,4 Milliarden Dollar.

Damit kehrte Ford nach einem Verlust von 781 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum in die schwarzen Zahlen zurück. Allerdings war das Minus damals ein Ausrutscher - eine milliardenschwere Abschreibung aufgrund einer Buchungsumstellung bei Pensionsplänen hatte die Quartalsbilanz außergewöhnlich stark belastet.

Gestiegene Materialkosten

Das bereinigte Vorsteuerergebnis - ein aussagekräftigerer Wert für die Geschäftsentwicklung - sank im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie ging auf 39 Cent zurück, Analysten hatten mit 42 Cent gerechnet. Dafür macht Ford gestiegene Materialkosten und ungünstige Wechselkurse verantwortlich.

Gestützt wurde das Geschäft vor allem durch Nordamerika. Dort wurden insbesondere mehr teure Fahrzeuge wie Trucks und SUVs verkauft als auf anderen Märkten. In Europa sank das operative Ergebnis um 971 Millionen auf 234 Millionen Dollar. Hauptgrund ist laut Ford die Abwertung des britischen Pfunds wegen des bevorstehenden EU-Austritts Großbritanniens.

Brexit belastet

Dadurch seien Ford rund zwei Drittel der durch Währungseffekte entstandenen Belastungen von 400 Millionen Dollar entstanden. Für das laufende Geschäftsjahr hat Ford vor einem weiteren Gewinnrückgang gewarnt - vor allem wegen weiter steigenden Kosten und den anhaltenden Folgen des Brexit.

"Wir müssen viel fitter werden als wir es sind", sagte Finanzchef Bob Shanks. Ford ist der einzige der großen Autohersteller, der gewarnt hat, dass gestiegene Rohstoffpreise etwa für Aluminium oder Stahl den Gewinn beeinträchtigen.

Ford-Chef Jim Hackett, der den Spitzenposten im Mai übernahm, zeigte sich dennoch zufrieden: "Wir haben enorme Fortschritte dabei gemacht, ein Fundament für unsere Strategie zu legen - smarte Autos für eine smarte Welt." Hackett will Ford mit einem Strategieschwenk zu E-Mobilität und autonomem Fahren für den Wandel der Branche rüsten.

Bei Anlegern wurden die Zahlen verhalten aufgenommen - die Ford-Aktie drehte nachbörslich leicht ins Minus.

lg

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