Ford F150 Raptor
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Hohe Kosten Ford enttäuscht auf ganzer Linie

Stand: 25.07.2019, 08:59 Uhr

Hohe Kosten für den Konzernumbau haben dem zweitgrößten US-Autobauer Ford einen heftigen Gewinneinbruch im zweiten Quartal eingebrockt. Doch es gibt auch einen Lichtblick.

Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Überschuss von 1,1 Milliarden auf 148 Millionen Dollar, wie Ford am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Grund seien Belastungen in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar vor allem wegen der Neuaufstellung der Geschäfte in Europa und Südamerika.

Dennoch gab es erstmals seit langem wieder einen kleinen Erfolg im problematischen Europageschäft. Das Betriebsergebnis legte in diesem Bereich immerhin um 126 Millionen auf 53 Millionen Dollar zu. Es war das erste Mal seit zwei Jahren, dass Ford die Profitabilität hier verbessern konnte.

12.000 Stellen weg

Der Autobauer tut sich in Europa schon lange schwer und will 12.000 Arbeitsplätze streichen, davon 5.400 in Deutschland. Insgesamt stagnierte der Umsatz des Konzerns im vergangenen Quartal bei 38,9 Milliarden Dollar. Ford verdient zwar weiter gut am lukrativen Geschäft mit SUV's und Pickups im US-Heimatmarkt, allerdings neigt sich der Autoboom auch hier dem Ende zu - zuletzt sank der Absatz deutlich.

Trotzdem rechnet Finanzchef Tim Stone im Gesamtjahr mit einem bereinigten Vorsteuerergebnis von bis zu 7,5 Milliarden Dollar nach 7,0 Milliarden Dollar 2018. Gleichzeitig bereitet sich Ford auf das Zeitalter der Elektromobilität und selbstfahrende Autos vor. Dazu hat der Konzern eine Allianz mit Volkswagen geschmiedet.

Anleger sind entsetzt

Die beiden Konzerne wollen sich die Kosten für Neuentwicklungen teilen und Synergien nutzen. VW beteiligt sich mit rund drei Milliarden Euro an der Ford-Tochter Argo AI für Roboterautos.

Bei Anlegern kam der Gewinneinbruch überhaupt nicht gut an, die Aktie geriet nachbörslich zunächst mit über sieben Prozent ins Minus. Die Gewinnerwartungen wurden verfehlt, auch wenn der Umsatz die Prognosen deutlich übertraf.

lg/dpa/rtr