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Gewinnprognose kassiert FMC-Aktie stürzt ab

Stand: 17.10.2018, 11:00 Uhr

Die Abhängigkeit von Nordamerika wird für den Dialyseanbieter Fresenius Medical Care zum Problem. Wegen eines unerwartet schwachen Geschäfts dort muss das Bad Homburger Unternehmen nun seine Jahresprognose kassieren.

Statt um fünf bis sieben Prozent zu wachsen, dürfte der Umsatz von FMC nun nur noch um zwei bis drei Prozent zunehmen. Als Grund wird ein unerwartet schwaches Geschäft in Nordamerika und die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in bestimmten Schwellenländern angegeben.

Vorläufigen Zahlen zufolge ist der Umsatz im dritten Quartal um rund sechs Prozent auf 4,06 Milliarden Euro gesunken. Das operative Ergebnis (Ebit) ist sogar um 13 Prozent auf 527 Millionen Euro geschrumpft. Die endgültigen Zahlen für das Quartal sollen am 30. Oktober veröffentlicht werden.

Anleger reagieren entsetzt

Markus Gürne
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Fresenius-Familie auf Abwegen

Der ebenfalls im Dax gelistete Mutterkonzern Fresenius bestätigte angesichts der FMC-Mitteilung seinen Ausblick für 2018 zwar, erklärte jedoch, Umsatz und Konzernergebnis würden am unteren Ende der bisherigen Bandbreiten liegen. Statt um 13 bis 15 Prozent dürfte der Umsatz in einer Bandbreite von 11 bis 12 Prozent zulegen.

Die Anleger reagieren entsetzt auf die Gewinnwarnung. Am Vormittag bricht das FMC-Papier um mehr als 17 Prozent ein. Damit ist die zarte Erholung in den Sommermonaten wieder zunichte gemacht worden. Die Titel der Muttergesellschaft Fresenius SE verlieren über 12 Prozent.

FMC

FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Schwächer als gedacht

Dabei hatte FMC bereits im zweiten Quartal enttäuschende Zahlen vorgelegt. Als Grund für gesunkene Umsätze war damals der starke Euro angegeben worden. Das bereinigte Konzernergebnis stagnierte deshalb bei 273 Millionen Euro. Dass FMC unterm Strich mehr verdiente, lag am Verkauf der Beteiligung am US-Ärztenetzwerk Sound Inpatient Physicians.

Das Analysehaus RBC hat die Einstufung für FMC auf "Sector Perform" belassen. Zwar gehe ein Großteil davon auf einmalige Belastungen zurück, doch überrasche das schwächer als gedachte Absatzwachstum und die diversen Probleme in Nordamerika, schrieb Analyst Frank Morgan am Morgen.

Dagegen hält die Berenberg-Bank an ihrer Kaufempfehlung fest.Die Eckdaten für das dritte Quartal hätten ihn nicht überrascht, der gesenkte Ausblick impliziere aber ein schwächeres viertes Quartal als erwartet, schrieb Analyst Tom Jones. Er hat das Kursziel von 100,80 Euro unverändert belassen.

lg