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Vorläufige schwache Zahlen US-Gesundheitsreform kostet FMC Umsatz

Stand: 23.04.2018, 08:24 Uhr

Ein milliardenschwerer Beteiligungsverkauf und dann auch noch eine Umsatzwarnung samt vorläufiger Quartalszahlen: FMC erhält ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit an einem Montag. Für die Aktien des Dialysekonzerns wäre ein ruhigerer Wochenstart wünschenswert gewesen.

Titel des Dialysekonzerns FMC sinken vorbörslich um mehr als zwei Prozent. Das Unternehmen rechnet mit weniger Umsatz als gedacht,  wie Vorstandschef Rice Powell mitteilte. Und das ist noch nicht alles. Im ersten Quartal belastete zudem der starke Euro Erlös und Gewinn.

Ein weiterer Grund für die schwächere Performance sind Änderungen im US-Gesundheitssystem. Der Konzern verabreicht bestimmte Medikamente bei der Dialyse nun in geringerer Dosierung. Das belastet natürlich die Einnahmen. Zuvor hatte FMC gestern den milliardenschweren Verkauf einer US-Beteiligung bekanntgegeben.  

Kräftiger Umsatzrückgang

FMC rechnet jetzt mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 5 bis 7 Prozent, nachdem das zum Fresenius-Konzern gehörende Unternehmen zuletzt noch von rund 8 Prozent Plus ausgegangen war. Vergangenes Jahr hatte FMC 9 Prozent zugelegt. Das Konzernergebnis soll 2018 wie bisher geplant um 13 bis 15 Prozent zulegen. Jedenfalls wenn Währungseffekte ausgeklammert werden.

Auf Basis vorläufiger Zahlen sorgte der starke Euro bei FMC im ersten Vierteljahr für einen Umsatzrückgang von 10 Prozent auf 3,98 Milliarden Euro. Ohne die Währungseffekte und Änderungen in der Bilanzierung wäre der Erlös um 2 Prozent geklettert, rechnete FMC vor. Zudem habe es im Vorjahr einen positiven Einmaleffekt gegeben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sackte um nahezu ein Viertel auf 497 Millionen Euro ab, unter dem Strich stand ein Gewinnrückgang von 10 Prozent auf 279 Millionen Euro. Details zum ersten Quartal will FMC wie geplant am 3. Mai vorlegen.

Hübscher Buchgewinn

Zuvor hatte FMC gestern den milliardenschweren Verkauf einer US-Beteiligung bekanntgegeben. Analyst David Adlington von der US-Bank JPMorgan meldete sich bereits zu Wort. Nachdem der Konzernausblick zuletzt schon für Fragezeichen gesorgt habe, dürfte die Warnung negativ aufgenommen werden, erklärte er.

Der ebenfalls angekündigte Verkauf von Sound Inpatient Physicians dürfte - isoliert betrachtet - hingegen positiv bei den Anlegern ankommen. Der Experte verwies hier auf den voraussichtlichen Buchgewinn in Höhe von rund 800 Millionen Euro vor Steuern. Zudem hätten viele Investoren das Geschäft ohnehin nur wenig verstanden und es habe die Gewinnmargen verwässert.

ts