Flowtex Bohrsystem und LKWs

Flowtex

Stand: 02.05.2019, 15:52 Uhr

Wer hat’s aufgedeckt: umstritten

ARD-Doku und -Komödie über Flowtex-Gründer Manfred Schmider

Big Manni. | Bildquelle: Das Erste

Der Flowtex-Skandal war einer der spektakulärsten Betrugsfälle in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die Ettlinger Flowtex Technologie GmbH & Co. KG gab vor, mit neuartigen Horizontalbohrsystemen das Verlegen von Versorgungsleitungen (Strom, Gas, Wasser, Telekommunikation) im Boden zu revolutionieren. Als die Geschäfte nicht wie erhofft laufen, fingiert Flowtex unter der Leitung von Chef Manfred Schmider (“Big Manni”) einfach die Produktions- und Verkaufszahlen - und zwar in unfassbarem Ausmaß. Am Ende existieren nur 270 von 3.142 Bohrmaschinen.

Im Februar 2000 will Schmider sein Unternehmen sogar an die Börse bringen. Die Emissionsbanken Dresdner und Commerzbank verlassen sich voll und ganz auf die Wirtschaftsprüfer von KPMG Deutsche Treuhand und loben die "transparente Rechnungslegungspraxis" und den "konservativen Führungsstil" von Schmider.

Endlich greifen die Behörden durch. Nur Tage vor dem geplanten Börsengang wird Schmider festgenommen.

Doch so souverän waren die Behörden in den Jahren zuvor nicht gerade. Bereits im Jahr 1996 hatte es eine anonyme Anzeige mit detaillierten Hinweisen gegeben und die baden-württembergischen Finanzbehörden waren misstrauisch geworden. Doch das Verfahren wurde nach kurzer Zeit aus unbekannten Gründen eingestellt.

Jahre später berichtete die “Stuttgarter Zeitung” über einen geheim gehaltenen Bericht der Policia Judiciaria aus Lissabon vom 7. Juli 1999. Darin hätten portugiesische Behörden den Verdacht geäußert, dass 1996 durch millionenschwere Steuernachzahlungen von Flowtex die "Ermittlungen blockiert" worden seien. Nach Recherchen des Blattes hätten Ermittler in Portugal und Spanien Flowtex enttarnt und dies den deutschen Behörden offenbart.

Nach offizieller Lesart des Landes Baden-Württemberg haben dagegen die eigenen Behörden den Betrug aufgedeckt.

ME