Wirecard-Schriftzug

Nach dramatischem Absturz Fliegt Wirecard jetzt aus dem Dax?

Stand: 18.06.2020, 16:02 Uhr

Die Wirecard-Aktie hat bis zum Nachmittag bis zu 70 Prozent ihres Wertes eingebüßt und ist auf den Stand von vor vier Jahren abgestürzt. Droht dem Papier jetzt der Rauswurf aus dem Dax?

Sollte sich die Aktie des wegen milliardenschwerer Bilanzunklarheiten im Fokus stehenden Zahlungsabwicklers Wirecard vom heutigen Kurseinbruch bis September nicht nachhaltig erholen, droht der Rauswurf aus der ersten Börsenliga.

Zu diesem Schluss kommen Index-Experten nach dem Kursrutsch am heutigen Donnerstag. Als Nachfolger dürften sich der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise und der Online-Essenslieferanten Delivery Hero, einer der großen Profiteure in der Corona-Krise, ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Nächste Index-Überprüfung am 3. September

Wirecard hatte am Vormittag seinen Jahresabschluss anders als geplant erneut verschoben. Die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY habe das Unternehmen darüber informiert, dass über die Existenz von Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro keine ausreichenden Prüfungsnachweise vorlägen, hieß es von Wirecard.

Der Aktienkurs brach daraufhin bis auf 35 Euro ein. Zuletzt notierten die Papiere noch 47 Prozent im Minus bei 57 Euro.

Die nächste Index-Überprüfung der Deutschen Börse steht am Donnerstag, 3. September an. Umgesetzt werden etwaige Änderungen dann zum Montag, 21. September. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgestellt werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

Klare Regeln

Fällt ein Unternehmen hinsichtlich Marktkapitalisierung oder Börsenumsatz hinter Platz 45 im Dax wird es gemäß der Regeln der Deutschen Börse ersetzt werden. Ein Unternehmen, welches bezüglich Marktkapitalisierung und Börsenumsatz mindestens Platz 35 im Dax erreicht, rückt nach.

"Weiche" Kriterien, wie beispielsweise die Branchenzugehörigkeit, werden nicht berücksichtigt. Neben den regulären Indexanpassungen können bei Ereignissen wie Insolvenzen und der Umwandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien außerordentliche Indexanpassungen vorgenommen werden.

lg