Mann mit Kreditkarte und App von Number26
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Weitere Finanzierungsrunde Fintech N26 jetzt Milliarden wert

Stand: 10.01.2019, 09:32 Uhr

Das wertvollste deutsche Start-up sitzt in Berlin und heißt N26. Internationale Investoren bewerten die Smartphonebank inzwischen mit 2,7 Milliarden Dollar, mehr als die im MDax notierte Aareal Bank.

Dabei kann N26 weiter auf die Finanzierung ausländischer Investoren setzen. So stellen der New Yorker Risikokapitalgeber Insight Venture Partners sowie der Singapurer Investmentfonds GIC dem Unternehmen zusammen mit anderen Investoren 300 Millionen Dollar zur Verfügung, wie das seit 2015 aktive Start-up am Morgen mitteilte.

Es handelt sich damit um eine der größten Private-Equity-Finanzierungsrunden, die ein europäisches Fintech gestemmt hat. Dadurch wird N26 mit 2,7 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) bewertet und ist mehr wert als die im MDax notierte Aareal Bank, die auf 1,7 Milliarden Euro kommt, oder die ebenfalls in dem Mittelwerteindex gelistete Deutsche Pfandbriefbank, die mit 1,25 Milliarden Euro bewertet wird.

Zu teuer für Commerzbank & Co

Firmenchef Valentin Stalf sieht dies als Zeichen der Stärke. Der "Welt" sagte er, dass N26 zumindest für eine deutsche Bank spätestens jetzt kein Übernahmeziel mehr sei: "Dafür sind wir schlicht zu groß." Inzwischen hat N26 in vier Runden mehr als 500 Millionen Dollar eingesammelt, unter anderem bei Europas größtem Versicherungskonzern Allianz und dem chinesischen Internet-Riesen Tencent, dem deutsch-amerikanischen Investor Peter Thiel und bei Mitgliedern des Zalando-Managements.

N26 setzt auf eine Klientel, die ihre Bankgeschäfte über das Smartphone abwickeln will. In mittlerweile 24 europäischen Ländern kommt das Berliner Unternehmen auf insgesamt 2,3 Millionen Kunden, schreibt allerdings noch rote Zahlen. Dabei hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele gesetzt: So will N26 in einigen Jahren die Marke von 100 Millionen Kunden knacken.

Geldspritze für die US-Expansion

Die jüngste Geldspritze fließt zunächst in die US-Expansion, die noch im ersten Halbjahr starten soll. Langfristig will Stalf nicht nur in den USA und Europa erfolgreich sein, sondern N26 zur "ersten globalen mobilen Bank" aufbauen und damit eine "der größten Industrien umkrempeln". Zu einem potenziellen Börsengangs hält sich das Unternehmen bisher bedeckt.

Die Allianz-Versicherung bezeichnet N26 als klaren "Vorreiter im Mobile Banking". Man sehe viele Verknüpfungspunkte für ein Zusammengehen mit der Allianz-Gruppe. Welche Motive genau der Versicherungskonzern mit dem Einstieg verfolgt, bleibt unklar. Auffällig ist, dass immer mehr Versicherer nicht nur in InsurTechs, sondern auch in Banken-Startups investieren. So gehörte die Hannover Rück zu den ersten und größten Investoren des Berliner Fintech-Labors Finleap, der unter anderem hinter der Solarisbank steht.

lg