FinTech Group AG-Logo vor Frankfurter Skyline

Gewinn verdreifacht Fintech Group: Förtsch im Glück

Stand: 30.08.2017, 15:55 Uhr

Gute Nachrichten für Großaktionär Bernd Förtsch und alle anderen Anleger der Fintech Group: Der stark wachsende Online-Handel hat dem Unternehmen einen kräftigen Gewinnwachstum beschert.

Die im Entry Standard gelistete Aktie der Fintech Group macht einen Freudensprung auf bis zu 17,87 Euro - den höchsten Stand seit Anfang Juli. Damit kann sich das Papier von seiner Talfahrt der letzten Wochen erholen. Selbst das Anfang 2016 markierte Allzeithoch von 20,20 Euro rückt wieder in Reichweite.

Grund für die Freude ist der kräftige Gewinnanstieg in der ersten Jahreshälfte auf sieben Millionen Euro, nach 2,5 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dafür verantwortlich ist vor allem die Tochter Flatex, ein Online-Broker.

Drei im ersten Halbjahr neugewonnene, langfristige B2B-Mandate, davon eines als Folge des Brexit, sollen erst im zweiten Halbjahr ertragswirksam werden. Der Vorstand bekräftigt daher seine Prognose für 2017 von einem Nachsteuergewinn von 16,8 Millionen Euro, was einem Gewinn von einem Euro pro Aktie (EPS) entspricht.

Neue Kunden gewonnen

"Wir sind überzeugt, unsere Guidance zum dritten Mal in Folge zu erfüllen", sagte Frank Niehage, Vorstandschef der FinTech Group. "Unser Ziel, Europas größter Anbieter für Finanztechnologie zu werden, haben wir fest im Blick und planen, kostenbewusst international zu expandieren."

Flatex hat im ersten Halbjahr 21.000 neue Kunden gewonnen. Konzernweit stieg die Zahl der betreuten B2C-Kunden damit auf 235.000. Trotz der allgemein geringen Volatilität an den Märkten stieg die Zahl der konzernweit abgewickelten Transaktionen um mehr als 10 Prozent auf 5,5 Millonen. Das abgewickelte Volumen im ersten Halbjahr stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 16 Prozent auf 38,2 Milliarden Euro.

Neben dem Online-Broker Flatex gehört zur FinTech Group, die ihren Sitz inzwischen in Frankfurt hat, auch der Hochfrequenz-Broker ViTrade, die biw Bank, die eine Banklizenz hat, sowie der IT-Dienstleister Xcom. Die biw Bank und Xcom ermöglichen eine günstige Wertpapierabwicklung.

Weiter Weg zur "One-Billion-Dollar-Company"

Die FinTech Group gehört zum Unternehmensgeflecht des Kulmbacher Finanzunternehmers Bernd Förtsch, der über seine Beteiligungsfirma noch gut 34 Prozent hält. Vorstandschef Niehage will aus der Firma bis Sommer 2018 eine "One-Billion-Dollar-Company" machen. Angesichts einer Börsenkapitalisierung derzeit knapp 300 Millionen Euro ist der Weg dahin noch weit.

lg