Thyssenkrupp-Aufzug in einem modernen Gebäude
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Ein Interessent offenbart sich Bald Geldregen für Thyssenkrupp?

Stand: 06.09.2019, 07:29 Uhr

Für die Aufzugssparte des angeschlagenen Mischkonzerns Thyssenkrupp hat sich ein möglicher Käufer ins Spiel gebracht. Der finnische Aufzugsbauer Kone ist ganz heiß auf einen Kauf.

"Die Situation bei Thyssenkrupp ist sehr interessant für uns. Die Aufzugssparte von Thyssenkrupp würde perfekt zu Kone passen", sagte der Vorstandschef des finnischen Aufzugherstellers, Henrik Ehrnrooth, der Tageszeitung "Rheinische Post". Thyssenkrupp sei in Südamerika und Nordamerika, aber auch in Südkorea stark vertreten. "In Nordamerika ist Kone hinter Thyssenkrupp, in Asien sind wir stärker." Er ergänzte: "In der Kombination wären wir schneller und könnten die digitalen Herausforderungen besser angehen. Und natürlich könnten wir auch Einsparungen erzielen."

"Beide Firmen sind sehr komplementär aufgestellt", ergänzte er in einem Gespräch mit dem "Handelsblatt". Die Kombination der Unternehmen ergebe industriell am meisten Sinn: "Ich denke, dass das am langen Ende den Ausschlag geben wird."

Kone lote Partnerschaften aus, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen, sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Die Finnen, weltweit die Nummer Drei bei Aufzügen, könnten Geschäfte an Partner abgeben. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht.

Neben Kone sind laut Berichten auch Finanzinvestoren an der Sparte interessiert. Der Wert von Thyssens Aufzugssparte wird auf zwölf bis 17 Milliarden Euro geschätzt. Frisches Kapital könnte der hoch verschuldete Konzern nach dem abgesagten Zusammenschluss des Stahlgeschäfts mit der indischen Tata Steel gut gebrauchen.

Der Börsenwert von Thyssenkrupp liegt trotz eines gestrigen Anstiegs von 6,2 Prozent auf 11,68 Euro nur bei knapp 7,3 Milliarden Euro.

ME