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Deutsche-Bank-Aktie steigt Finanzmarkt gibt Sewing Kredit

Stand: 09.04.2018, 10:38 Uhr

Die Entscheidung zum Chefwechsel bei der Deutschen Bank wird am Montag vom Finanzmarkt begrüßt. Die Aktie des deutschen Branchenprimus steigt deutlich. Der neue Vorstandschef gibt derweil schon einmal die neue Richtung vor.

Nur wenige Stunden nach seiner Ernennung hat Christian Sewing sich und der Deutschen Bank bereits ein paar Pflichtaufgaben für die kommenden Monate gestellt: "Wir wissen, dass wir uns hinsichtlich der Ertrags-, Kosten- und Kapitalstruktur weiter verändern müssen", so Sewing am Montag in einem Brief an die Mitarbeiter. "Wir werden deshalb genau analysieren, wie wir uns in dem schwierigen Marktumfeld aufstellen wollen."

"Harte Entscheidungen"

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Das Institut wolle sich dort zurückziehen, wo nicht ausreichend rentabel gearbeitet werden könne. Sewing kündigte an, er werde "harte Entscheidungen treffen und umsetzen". Das Führungsteam werde nicht mehr akzeptieren, dass Ziele auf der Kosten- und Ertragsseite verfehlt würden. So sei es nicht verhandelbar, dass die bereinigten Kosten in diesem Jahr 23 Milliarden Euro überstiegen. "Rückschläge wie im vierten Quartal 2017 dürfen sich unter keinen Umständen wiederholen." Mit Blick auf die Erträge müsse die Deutsche Bank ihre "Jägermentalität" zurückgewinnen. Die Messlatte müsse in allen Geschäftsbereichen höher gelegt werden.

Fondsmanager wollen "neue Akzente"

Anleger und Experten scheinen den Chefwechsel und auch die ersten Erklärungen positiv aufzunehmen. Die Deutsche-Bank-Aktie verzeichnet am Morgen im frühen Handel deutliche Gewinne. Der Titel hatte in den vergangenen Wochen weiter dramatische Verluste verzeichnet und zwar unter die Marke von elf Euro gefallen.

Viel dürfte nun davon abhängen, ob der neue Vorstandschef seinen Worten bald Taten folgen lassen kann. Sewing müsse nun "neue Akzente setzen, damit die Bank endlich zu profitablem Wachstum zurückfindet", sagte etwa Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment. Er müsse nun dringend wieder Ruhe in die Bank bringen.

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Die Bank hat turbulente Wochen hinter sich. Innerhalb des Vorstands brodelte es, wie kolportierte Äußerungen der IT-Chefin Kim Hammonds zuletzt zeigten. Der abgelöste Vorstandschef John Cryan dürfte auch im Führungsgremium zuletzt einen schweren Stand gehabt haben.

Investmentbanking macht Sorgen

Auf der geschäftlichen Seite hatte es ebenfalls neue Hiobsbotschaften gegeben, die eine Fortsetzung des bisherigen Kurses fraglich erscheinen ließen. So hatte Finanzvorstand James von Moltke Ende März neue Belastungen in der Investmentbanking-Sparte von 450 Millionen Euro im ersten Quartal ausgemacht. Die Sparte, die eigentlich die Ertragsperle des Konzerns sein sollte.

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Gleichzeitig hatten hohe Bonuszahlungen an die Investmentbanker im Deutsche-Bank-Konzern für negative Schlagzeilen gesorgt. Für das vergangene Jahr hatte das Institut insgesamt variable Vergütungen für die rund 97.500 Mitarbeiter des Konzerns in Höhe von 2,3 Milliarden Euro gezahlt. Für 2016 hatte die Bank lediglich 546 Millionen Euro an Boni ausgeschüttet.

Der Börsengang der Fondstochter DWS vor Ostern hatte der Bank zwar neue Finanzmittel in Höhe von 1,6 Milliarden Euro eingebracht, doch die Aktie kam am Kapitalmarkt bislang nicht wirklich gut an. Die Frage, wie sich die Deutsche Bank ohne den Bereich künftig aufstellt und wieder profitabler wird, muss weiterhin beantwortet werden.

AB

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Wo bleibt die Strategie? Experten zum Chefwechsel bei der Deutschen Bank

Ingo-Speich, Union Investment

Sewing müsse "neue Akzente setzen, damit die Bank endlich zu profitablem Wachstum zurückfindet", sagt Fondsmanager Ingo Speich von Union Investment. Er müsse dringend Ruhe in die Bank bringen.

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