Besserung in Sicht Fielmann vom Virus voll erwischt

Stand: 09.07.2020, 11:46 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie musste Fielmann seine Filialen schließen. Das reißt Löcher in die Bilanz, wie man an den frischen Quartalszahlen der Optikerkette erkennen kann. In den vergangenen Wochen gab es aber deutliche Anzeichen einer Erholung.

Filialschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben der Optikerkette Fielmann im ersten Halbjahr einen Gewinneinbruch eingebrockt. Nach der Wiedereröffnung der Geschäfte habe sich der Absatz aber ab Mai zunehmend erholt und im Juni bereits über dem Vorjahr gelegen, teilte Fielmann mit.

Der Absatz des ersten Halbjahres 2020 sank nach vorläufigen Zahlen auf 3,1 Millionen Brillen nach 4,1 Millionen im Vorjahr. Der Konzernumsatz verminderte sich auf 611 Millionen Euro. Allein der Umsatz im Monat April sei um 70 Prozent zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2019 waren es noch 758,2 Millionen gewesen. Beim Gewinn vor Steuern erwartet das Management noch mehr als 35 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 127,6 Millionen.

"Kehrtwende gelungen"

Für das Gesamtjahr stellte der Vorstand einen Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro in Aussicht und einen Vorsteuergewinn von mehr als 100 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 1,52 Milliarden Umsatz, der Vorsteuergewinn hatte bei 253,8 Millionen Euro gelegen. Voraussetzung sei aber, dass es wegen der Corona-Pandemie nicht erneut zu Geschäftsbeschränkungen kommt.

Um die Liquidität zu sichern, tritt der Vorstand auf die Kostenbremse und verzichtet zudem wie der Aufsichtsrat auf 20 Prozent seiner fixen Bezüge. Auch die Anleger bekommen die Sparmaßnahmen zu spüren. Bereits im März hatte das Management angekündigt, die Dividendenzahlung auszusetzen. Gleichwohl setzt die Kette ihre Expansion fort und will bis Ende des Jahres insgesamt 80 Filialen neu eröffnen.

Firmengründer Günther Fielmann mit Sohn Marc

Firmengründer Günther Fielmann mit Sohn Marc. | Bildquelle: picture alliance / Christophe Gateau/dpa

Die Anleger wissen heute die sich anbahnende Erholung zu schätzen. Der SDax-Titel steigt um mehr als vier Prozent. Die Aktie durchbrach die 50-Tage-Durchschnittslinie nach oben, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt.

Die Umsätze seien im zweiten Quartal weniger schlecht als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Volker Bosse von der Baader Bank. Die strukturellen Wachstumsaussichten für das Unternehmen seien intakt. Der Experte Oliver Metzger von der Commerzbank ergänzte, Fielmann sei die Kehrtwende früher als gedacht gelungen.

ts