Fielmann-Filiale in der Kölner Innenstadt
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Gewinn stagniert Fielmann: Ausgaben steigen

Stand: 31.08.2017, 08:40 Uhr

Für die Optikerkette Fielmann sind die Zeiten stürmischen Wachstums vorerst vorbei. Hinzu kommen Investitionen in die Läden - mit entsprechenden Folgen für die Gewinn- und Verlustrechnung.

Im abgelaufenen zweiten Quartal trat Fielmann auf der Stelle. Vor Steuern verdiente der MDax-Konzern 63 Millionen Euro nach 62,6 Millionen Euro im Vorjahr. Der Überschuss lag mit 44,7 Millionen Euro ebenfalls nahezu auf Vorjahresniveau.

Beim Umsatz konnte die Optikerkette um 2,7 Prozent auf 353,5 Millionen Euro zulegen, obwohl die Berichtsperiode zwischen April und Juni drei Verkaufstage weniger hatte als die des Vorjahres. Zu der Steigerung beigetragen hat die anhaltende Expansion im Ausland. Ende Juni betrieb der Konzern 711 Geschäfte im In- und Ausland und damit elf mehr als im Vorjahr. Neue Niederlassungen entstanden in den ersten sechs Monaten vor allem in Italien.

Ladennetz erneuern

Der Konzern investiert derzeit kräftig in sein Ladennetz, baut die in die Jahre gekommenen Filialen um oder eröffnet neue. Wegen der höheren Ausgaben dürfte der Vorsteuergewinn in diesem Jahr voraussichtlich stagnieren, hat Fielmann angekündigt. Auch der Umsatz soll 2017 nicht mehr so stark steigen wie in den Jahren zuvor. Das Unternehmen will aber weiter expandieren und stellt einen "positiven Geschäftsverlauf" in Aussicht.

Die von Fielmann am Morgen veröffentlichten Zahlen entsprechen den Erwartungen der Analysten. Die Aktie bewegt sich deshalb im vorbörslichen Handel kaum vom Fleck. Auch in den vergangenen sechs Monaten bewegte sich das Papier um die Schwelle von 70 Euro.

Ist die Aktie schon zu teuer?

Damit sind die Titel nach Ansicht der DZ Bank bereits zu teuer. Analyst Thomas Maul hat den fairen Wert für Fielmann von 61 auf 59 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Verkaufen" belassen. Die Optikerkette habe zwar gute Chancen, ihren Markanteil in Europa trotz der zunehmenden Erfolge von Online-Brillenhändlern weiter auszubauen. Angesichts der ambitionierten Bewertung der Aktie erschienen die guten Aussichten aber schon mehr als eingepreist und das Chance/Risiko-Verhältnis der Aktie ungünstig.

lg