PSA und Fiat Chrysler-Logos

Gerüchte bestätigt Fiat Chrysler und PSA sprechen über Fusion

Stand: 30.10.2019, 09:18 Uhr

Nachdem die Bemühungen um eine Fusion mit Renault gescheitert sind, sucht Fiat Chrysler die Nähe der Opel-Mutter Peugeot-Citroën. Die Konzerne bestätigten Gespräche zu dem Vorhaben.

Anja Kohl
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Absicht einer Fusion sei es, einen weltweit führenden Konzern zu schaffen, teilten der italienisch-amerikanische Konzern und sein französischer Rivale am Mittwoch mit. Fiat Chrysler schrieb am Morgen in einer Mitteilung: "Es gibt laufende Diskussionen, die darauf abzielen, eine der führenden Mobilitätsgruppen der Welt zu schaffen." Mehr habe man derzeit nicht hinzuzufügen, heißt es weiter.

Autogigant wäre rund 50 Milliarden Dollar wert

Schon gestern waren Gerüchte um Gespräche über eine Fusion bekannt geworden. Wie das "Wall Street Journal" am Dienstag berichtet hatte, wären Fiat Chrysler und der Opel-Mutterkonzern PSA an der Börse rund 50 Milliarden US-Dollar wert.

Die Gerüchte hatten an der Börse noch am Dienstagabend für kräftige Kursbewegungen gesorgt. Die Aktien von Fiat Chrysler waren mit einem Plus von 7,5 Prozent aus dem Handel gegangen. Nachdem beide Konzerne die Fusionsgespräche bestätigten, legte die Fiat Chrysler Aktie am Mittwoch im frühen Handel um gut zehn Prozent zu, die PSA-Titel gewannen 6,9 Prozent.

Der PSA-Konzern führt neben dem deutschen Hersteller Opel auch die Traditionsmarken Peugeot und Citroën. Fiat Chrysler hat die Marken Fiat, Alfa Romeo, Chrysler, Dodge, Jeep, Lancia und Maserati unter seinem Dach.

Konsolidierung in der Branche unvermeidlich

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Fiat Chrysler hatte sich bereits unter dem früheren Konzernchef Sergio Marchionne immer wieder als Fusionspartner ins Gespräch gebracht. Eine Konsolidierung der Branche war aus seiner Sicht unvermeidlich. Autohersteller sind derzeit einem großen Druck ausgesetzt, denn die Umstellung auf Elektromobilität und die Herstellung von autonomen Fahrzeugen erfordert große Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Bereits im Sommer hatte es Gespräche zwischen Fiat Chrysler und dem französischen PSA-Konkurrenten Renault gegeben. Fiat Chrysler zog sein Fusionsangebot damals überraschend zurück.

PSA-Chef gilt als Sanierer

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Der Chef des französischen PSA-Konzerns gilt in der Branche als harter Sanierer. Vor gut zwei Jahren hatte PSA den deutschen Traditionshersteller Opel übernommen, der zuvor unter der Führung von General Motors (GM) lange Zeit rote Zahlen geschrieben hatte.

Opel wird von den Franzosen auf Effizienz getrimmt und arbeitet mittlerweile wieder profitabel, beschäftigt aber deutlich weniger Mitarbeiter. So wurde das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim teilweise an den Ingenieursdienstleister Segula verkauft.

ms/rtr/dpa-AFX

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Peugeot 5008

Peugeot...
... ist die Kernmarke des französischen PSA-Konzerns. Seit 1891 produzieren die Franzosen in Serie. Peugeot stellt aber nicht nur Autos her, sondern auch Fahrräder oder Heimwerkermaschinen.