Ferretti Yacht

Bewertung von einer Milliarde Yachtbauer Ferretti will wieder an die Börse

Stand: 30.09.2019, 12:02 Uhr

13 Jahre nach dem letzten Anlauf startet der italienische Sportboot-Hersteller Ferretti einen neuen Versuch an die Börse zu gehen. Diesmal sind die Pläne ganz konkret.

Die Aktienplatzierung soll das Unternehmen, dessen Yachten unter anderem von US-Schauspieler George Clooney gekauft werden, mit bis zu einer Milliarde Euro bewerten, wie Ferretti am Montag mitteilte.

Anvisiert werde ein Listing an der Mailänder Börse. Nach früheren Aussagen von Ferretti-Chef Alberto Galassi sollen sich nach dem Börsengang zwischen 30 bis 40 Prozent der Aktien im Streubesitz befinden. Die Preisspanne für die Aktien liegt bei 2,50 bis 3,70 Euro.

Turbulente Geschichte

Etwas weniger als Hälfte der zu platzierenden Aktien soll aus einer Kapitalerhöhung kommen, den Rest wollen die bisherigen Eigner anbieten. Bei einem Umsatz von 332 Millionen Euro erzielte der Yachtbauer, der bis 2003 schon einmal an der Börse notiert war, im ersten Halbjahr ein Gewinn von 30 Millionen Euro.

Ferretti CRN 135

Ferretti CRN 135. | Bildquelle: Unternehmen

Knapp 87 Prozent an Ferretti gehören dem chinesischen Mischkonzern Weichai. Die restlichen Anteile besitzt Piero Ferrari, Sohn des Gründers des gleichnamigen Sportwagenbauers. Begleitet wird der Börsengang von den Banken Barclays, BNP Paribas, UBS und Mediobanca.

Ferretti hat seit der Jahrhundertwende eine äußerst turbulente Phase durchlaufen. So war der 1968 gegründete Yachtenbauer bis 2002 schon einmal börsennotiert, wurde dann aber von der Beteiligungsfirma Permira gekauft, die ihn von der Börse nahm.

Von Permira zu Weichai

Ferretti CRN Atlante

Ferretti CRN Atlante. | Bildquelle: Unternehmen

2006 startete Permira dann einen neuen Anlauf für eine Börsennotierung. Dabei entschied sich die Firma für ein so genanntes Dual-Track-Verfahren, das gleichzeitig die Börsennotierung und den Verkauf an einen Fonds oder eine Beteiligungsgesellschaft vorantreibt. Als Interessenten galten damals die Private-Equity-Fonds BC Partners, Blackstone und KKR.

Den Zuschlag erhielt jedoch der britische Investor Candover Partners. Im Zuge der Finanzkrise stürzte Ferretti dann in eine tiefe Krise und häufte über eine Milliarde Euro Schulden an. Ein neuer, finanzstarker Käufer musste her. 2012 übernahm der staatliche chinesische Mischkonzern Weichai 75 Prozent der Anteile an Ferretti - für aus heutiger Sicht bescheidene 374 Millionen Euro.

Nun wollen die Chinesen offenbar Kasse machen. Ferretti profitiert vor allem von der hohen Nachfrage aus dem Ausland. Hauptabnehmer sind inzwischen neben den USA die Reichen aus Osteuropa und China. Bei den Luxus-Yachten etwa – wo die Italiener weltweit die Nummer eins sind – setzen der Hersteller fast ausschließlich auf die wohlhabenden Kunden aus Fernost.

lg

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