LaFerrari

Steuereffekt pustet Gewinn auf Ferrari: Eher Schnecke als Racer

Stand: 05.11.2018, 14:02 Uhr

Der Gewinn des Sportwagenherstellers Ferrari macht im dritten Quartal zwar einen Satz nach vorn, aber der Umsatz stagniert. Bei den Anlegern kann Ferrari mit den frischen Zahlen deshalb nicht punkten.

In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Ferrari-Aktie leicht rückwärts bewegt und büßte etwa drei Prozent ein. Nach Zahlen ging es zeitweise noch um rund zwei Prozent tiefer, mittlerweile haben sich die Papiere aber wieder leicht erholt. Wer seit drei Jahren in den Konzern investiert ist, der darf sich über ein Plus von mehr als 120 Prozent freuen. Auf das Timing und den Zeithorizont kommt es eben an.

Riesengewinn dank Steuereffekt   

Im dritten Quartal sprang der Netto-Gewinn zwar von 141 Millionen Euro auf 287 Millionen an – ein Plus von 105 Prozent. Bei einem Umsatz von 838 Millionen Euro ist das wahrlich eine stolze Zahl. Aber: Der Umsatz legte lediglich um 0,3 Prozent zu, auf Neunmonatssicht gab es sogar einen Rückgang um 0,1 Prozent. Der fantastische Gewinn ist auf einen einmaligen Steuereffekt zurückzuführen, der insgesamt 141 Millionen Euro ausmacht.

Vor allem im Geschäft mit der Lieferung von Motoren an die Fiat-Chrysler-Tochter Maserati und im Verleih von Motoren an andere Formel-1-Teams fiel in diesem Jahr weniger Geschäft ab. Zudem bremste der starke Euro das Wachstum. Dabei hat Ferrari im Zeitraum von Juli bis Ende September 2.262 Autos ausgeliefert, elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Darunter waren aber zunehmend günstigere Fahrzeuge.

Ehrgeizige Ziele

Ferrari will das Betriebsergebnis bis 2022 unter anderem mit einer neuen Modellpalette verdoppeln. Insgesamt seien 15 neue Autos geplant, darunter auch Hybrid-Modelle und ein Geländewagen, kündigte der Sportwagenbauer im September an.

Damit begegnet der neue Unternehmenschef Louis Camilleri Befürchtungen von Anlegern, dass Ferrari nach dem überraschenden Tod des langjährigen Konzernlenkers Sergio Marchionne Ende Juli einen Gang herunterschalten könnte. Allerdings musste Camilleri den Investoren trotzdem erklären, dass das noch von Marchionne gesetzte Ziel eines bereinigten Betriebsergebnisses von zwei Milliarden Euro 2022 nicht in Stein gemeißelt ist.

Vielmehr peilt Marchionnes Nachfolger eine Spanne von 1,8 bis zwei Milliarden Euro an. "Das ist ein ehrgeiziges, aber auf Basis eines konkreten und detaillierten Plans machbares Vorhaben", sagte Camilleri.

ts