Ferrari 812 Superfast

Nur noch einstelliges Wachstum Ferrari verliert an Fahrt

Stand: 02.08.2019, 13:44 Uhr

Während Ferrari in der Formel 1 hinterherfährt, gibt er an der Börse Vollgas. Am Freitag allerdings werden die Aktien ausgebremst. Im zweiten Quartal hat sich das rasante Wachstum überraschend verlangsamt.

Bekommt nun auch Ferrari die Abkühlung der Autokonjunktur zu spüren? Im abgelaufenen Quartal verkaufte der italienische Kultmarke nur 2.671 Sportwagen, darunter vor allem die Modelle Portofino und 812 Superfast. Das sind zwar acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Aber im ersten Quartal 2019 hatte das Absatzplus noch bei fast 23 Prozent gelegen.

Der Umsatz erhöhte sich von April bis Ende Juni um neun Prozent auf 984 Millionen Euro. In derselben prozentualen Größenordnung stieg das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, und Abschreibungen (Ebitda) auf 314 Millionen Euro.

Profiteur der Euro-Schwäche

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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Dabei profitierte das italienische Unternehmen aus Maranello vom schwachen Euro. Ohne den Antrieb durch Währungseinflüsse wäre das Ergebnis nur um drei Prozent gewachsen.

Die Preise konnte Ferrari etwas anheben - allerdings nur dank der Sonderausstattungen. Der Anteil der superteuren Modelle am Gesamtabsatz ging etwas zurück.

Jahresziel nur bestätigt

Die Jahresprognose bekräftigte Ferrari, peilt aber das obere Ende der Spannen an. Das bereinigte Ergebnis soll auf 1,2 bis 1,25 Milliarden Euro klettern. Beim Gewinn je Aktie lautet das Ziel 3,50 Euro bis 3,70 Euro. Die Erlöse sollen um rund drei Prozent auf mehr als 3,5 Milliarden Euro zulegen.

Anleger hatten sich mehr erhofft, womöglich gar eine Anhebung der Jahresprognose. Dementsprechend hart fällt die Kursreaktion aus. Die Aktien von Ferrari geben um über vier Prozent nach. Seit Jahresbeginn haben sie rund 67 Prozent zugelegt. Seit dem Börsengang im Herbst 2015 hat sich der Kurs des Sportwagenherstellers fast verdreifacht.

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Damit hängt Ferrari Konkurrenten wie Aston Martin ab. Der Kurs des britischen Luxusauto-Herstellers rutschte gerade erst auf ein Rekordtief. Seit dem IPO im Oktober 2018 sind die Aktien um gut 75 Prozent eingebrochen. Im ersten Halbjahr schlitterte Aston Martin in die Verlustzone.

nb

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