FedEx-Mitarbeiter beläd einen Lieferwagen in Kansas City

Handelsstreit und Konkurrenz bremst FedEx: Es wird ungemütlich

Stand: 18.09.2019, 08:08 Uhr

Dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum abkühlt und der Handelsstreit mit den Chinesen erste Bremsspuren hinterlässt, spürt inzwischen nicht nur die Exportindustrie. Auch Logistiker wie der amerikanische Paketdienst Fedex sind betroffen.

Der Deutsche-Post-Rivale gab nach Börsenschluss in New York einen Gewinneinbruch im ersten Quartal von 14,3 Prozent auf rund 800 Millionen Dollar bekannt. Der Umsatz war mit etwa 17 Milliarden Dollar kaum verändert.

Die Erwartungen wurden damit klar verfehlt. Die Aktie büßte nachbörslich zeitweise fast zehn Prozent ein. Die Geschäfte litten weiter unter der sich abschwächenden Weltwirtschaft, die von zunehmenden Handelskonflikten und politischen Unsicherheiten belastet werde, sagte FedEx-Chef Frederick W. Smith.

Prognose gekappt

Angesichts dieser Probleme kappte der Deutsche-Post-Rivale auch seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt FedEx nun nur noch 11 bis 13 Dollar in Aussicht - erheblich weniger als am Markt erwartet wurde. Der schwache Ausblick von FedEx brachte auch die Aktien des US-Kontrahenten UPS nachbörslich spürbar unter Druck.

Die Probleme von FedEx sind allerdings nicht wirklich neu. Bereits im Vorquartal (März bis Ende Mai) war der bereinigte Gewinn um 17,5 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar eingebrochen. Auch damals machte das Management den schwachen Welthandel und der Industrieproduktion für den Rückgang verantwortlich.

Mehr Konkurrenzdruck durch Amazon

Analysten vermuten, dass FedEx vor allem unter strukturellen Problemen leidet, die durch den wachsenden Konkurrenzdruck, allen voran durch Amazon, sichtbar geworden sind. Denn der Onlinekonzern liefert zunehmend seine Pakete selbst aus - in den USA bereits die Hälfte der Bestellungen. Auch in Deutschland wird Amazon zunehmend zum Konkurrenten der Paketdienste FedEx, UPS und DHL, eine Tochter der Post.

Die Zeitung "Die Welt" berichtete bereits 2016, dass Amazon laut Schätzungen langfristig in Deutschland bis zu 60 Prozent der Pakete in Eigenregie ausliefern könnte. In den USA hatte Amazon im vergangenen Jahr 20.000 Sprinter bei Daimler bestellt, um die letzte Strecke bis zum Kunden selbst zurückzulegen.

Aktie im Minus

Laut internen Vorstandspapieren der Deutschen Post, über die Medien Ende 2018 berichteten, werde der Internetriese in Deutschland bis 2022 mit rund 154 Millionen Paketen ein knappes Drittel seiner Sendungen selbst verteilen.

Auf die Logistikunternehmen kommen also schwere Zeiten zu. Die Aktienmärkte scheinen die Entwicklung bereits vorweggenommen zu haben. So hat die FedEx-Aktie seit ihrem Rekordhoch Anfang 2018 bereits 40 Prozent eingebüßt.

lg