FedEx-Lieferwagen in New York
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Prognose gesenkt FedEx: Welthandel beginnt zu ruckeln

Stand: 19.12.2018, 09:05 Uhr

Der von den USA angezettelte Handelsstreit wirft immer deutlicher seine Schatten voraus. Zu spüren bekommt das jetzt der weltweit tätige Paketdienst FedEx, der den Zustand der Weltwirtschaft gut widerspiegelt. Die Anleger reagieren entsetzt - auch die der Deutschen Post.

Die FedEx-Aktie verlor im nachbörslichen New Yorker Handel gut sechs Prozent. Dabei hat das Papier seit Anfang Dezember bereits 20 Prozent seines Wertes eingebüßt. Besorgt reagieren auch die Anleger der Deutschen Post. Die Papiere fallen im morgendlichen Handel in Frankfurt um fast fünf Prozent und sind damit die schwächsten Werte im Dax.

Ausgelöst wurde die neuerliche Panikattacke der Anleger von einer Gewinnwarnung. Weil sich der weltweite Handel in den vergangenen Monaten abgeschwächt habe und sich diese Probleme vermutlich noch verstärken dürften, müsse FedEx seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2019 revidieren, sagte Finanzchef Alan Graf. Die Anleger wurden davon trotz zuletzt durchwachsener Konjunkturdaten auf dem falschen Fuß erwischt, da FedEx die Prognosen im September noch angehoben hatte.

Schwächen in Europa

In den drei Monaten bis Ende November habe sich aber das internationale Geschäft abgeschwächt, vor allem in Europa. Das Management verwies unter anderem auf schwierige Bedingungen wegen der Brexit-Unsicherheiten, der in Deutschland geschrumpften Wirtschaft und den heftigen Protesten in Frankreich.

Zudem spürt das Unternehmen immer noch die Nachwehen des im Juni 2017 von einer Cyberattacke getroffenen Zukaufs TNT Express. Daher werde es länger dauern, als ursprünglich geplant, die durch die Übernahme erhofften Vorteile zu realisieren.

Gewinn je Aktie sinkt

FedEx senkte deshalb seine Prognose für den Gewinn je Aktie im Geschäftsjahr 2019 auf 15,50 bis 16,60 Dollar vor Sonderposten. Bisher waren es 17,20 bis 17,80 Dollar. Die neue Schätzung basiere auf der Erwartung eines moderaten Wachstums in den USA. Zudem dürfe sich das internationale Wirtschaftsumfeld nicht weiter verschlechtern, so FedEx.

Der Konzern will mit zusätzlichen Einsparungen gegensteuern. Dazu sollen Logistikkapazitäten verringert werden. Das hat zur Folge, dass Stellen wegfallen. Arbeitnehmern in den USA will FedEx Abfindungen anbieten, wofür der Konzern eine Belastung von rund einer halben Milliarden Dollar einplant. Investitionen und Aktienrückkäufe stünden ebenfalls auf dem Prüfstand.

Das abgelaufene Quartal, das am 30. November endete, lief unterdessen noch gut. Der Gewinn stieg binnen Jahresfrist um 17 Prozent auf 935 Millionen Dollar. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar zu.

lg