FedEx-Lieferwagen in New York

Wegen schwächerer Konjunktur FedEx kassiert Gewinnprognose

Stand: 20.03.2019, 09:28 Uhr

Der US-Paketdienstleister Fedex hat in den drei Monaten bis Ende Februar einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet - und kappt gleich die gesamte Jahresprognose. Hauptursache soll die schwächelnde Weltkonjunktur sein.

Die Erlöse legten im zurückliegenden Quartal zwar um rund drei Prozent 17 Milliarden Dollar zu, an der Wall Street war jedoch mit wesentlich mehr gerechnet worden. Dagegen fiel der Überschuss in den drei Monaten bis Ende Februar verglichen mit dem Vorjahreswert von gut einer Milliarde auf 739 Millionen Dollar, wie der UPS-Rivale am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der Aktienkurs gab nachbörslich um über fünf Prozent nach. Besonders schlecht kam bei den Anlegern an, dass Fedex den Geschäftsausblick erneut senkte. Finanzchef Alan Graf warnte vor einer weiteren Konjunkturabschwächung und einem abflauenden Welthandel.

Bereits im Dezember Ziele gesenkt

Dabei hatte das Unternehmen seine Ziele bereits im Dezember gesenkt. In den drei Monaten bis Ende November hatte sich das internationale Geschäft abgeschwächt, vor allem in Europa. Das Management verwies unter anderem auf schwierige Bedingungen wegen der Brexit-Unsicherheiten, der in Deutschland geschrumpften Wirtschaft und den heftigen Protesten in Frankreich.

Zudem spürt das Unternehmen immer noch die Nachwehen des im Juni 2017 von einer Cyberattacke getroffenen Zukaufs TNT Express. Daher werde es länger dauern, als ursprünglich geplant, die durch die Übernahme erhofften Vorteile zu realisieren.

Post-Aktie auch leicht im Minus

Ob es tatsächlich die sich eintrübende Weltwirtschaft ist oder doch eher hausgemachte Probleme, die für den Gewinnrückgang verantwortlich sind, bleibt abzuwarten. Konkurrent Deutsche Post kann jedenfalls keine deutliche Verschlechterung des weltweiten Geschäfts erkennen und hat bis Ende Dezember auch keine wesentliche Verringerung seiner Volumina feststellen können.

Die Post-Aktie geht am Morgen ebenfalls zurück. Entgegen den vorbörslichen Aussichten kann das Papier nicht von einer Heraufstufung durch die britische Investmentbank HSBC profitieren. Die Bank hat die Post-Aktie von "Hold" auf "Buy" und das Kursziel von 24,50 auf 36,00 Euro angehoben.

Zwar bleibe die Generierung freier Barmittel die Achillesferse des Bonner Logistikers, aber Selbsthilfemaßnahmen im deutschen Brief- und Paketgeschäft und in der Frachtspedition wirkten stärker als gedacht, weshalb sich die Situation nicht weiter verschlechtern sollte, schrieb Analyst Edward Stanford.

lg