Dunkle Wolken über den Türmen der Deutschen Bank
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Wegen Danske-Bank-Skandal Fed nimmt Deutsche Bank ins Visier?

Stand: 23.01.2019, 08:48 Uhr

Welche Rolle spielte die Deutsche Bank beim Geldwäsche-Skandal der Danske Bank? Das untersucht die US-Notenbank. Die Aktien des Frankfurter Geldinstituts stehen mal wieder unter Druck.

Neuer Ärger für die Deutsche Bank: Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg ermittelt die Fed gegen die Deutsche Bank. Die Federal Reserve prüfe, ob die US-Niederlassung der größten deutschen Bank die bei ihr durchgeleiteten Vermögen der estländischen Danske-Sparte richtig kontrolliert habe, berichtete Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Untersuchung der Fed, bei der auch die Bankenaufsicht beheimatet ist, sei noch in einem frühen Stadium. Eine Sprecherin der Deutschen Bank wollte die Informationen dem Bericht zufolge nicht kommentieren. Die Deutsche Bank war eine der sogenannten Korrespondenzbanken für die Filiale des dänischen Geldhauses in Estland, die im Mittelpunkt eines der größten Geldwäsche-Skandale Europas steht.

Wie stark ist die Deutsche Bank im Danske-Bank-Skandal verwickelt?

Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Bei den Untersuchungen der Notenbank geht es um mutmaßliche Verstöße gegen Vorschriften zur Vermeidung von Geldwäsche. In der estnischen Filiale der Danske-Bank sollen 200 Milliarden Euro gewaschen worden sein. Als Korrespondenzbank half das größte deutsche Geldinstitut bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Weil der Deutschen Bank Transaktionen wiederholt verdächtig vorkamen, beendete sie 2015 die Geschäftsbeziehung mit der estnischen Danske-Filiale.

Die Notenbank fragt sich nun wahrscheinlich, ob der Schritt zu spät kam und ob den Deutsche-Bank-Mitarbeitern früher etwas auffallen müssen. Deutsche-Bank-Vize Karl von Rohr hatte der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" dazu im Dezember gesagt: "Eine Korrespondenzbank hat die Pflicht, die Transaktionen hinsichtlich Sanktionen und Verdachtsmomenten für Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung zu prüfen. Dafür stehen uns aber nur sehr begrenzt Informationen zur Verfügung."

Von Rohr weist Verantwortung von sich

Die Hauptverantwortung trage die Hausbank. "Die Danske Bank hat die Pflicht, ihre Kunden zu kennen, denn sie pflegt den direkten Kontakt. Dänemark ist in der EU, Estland ist ein Euroland; da müssen wir davon ausgehen können, dass die Bank nach vernünftigen Standards geführt wird und den regulatorischen Anforderungen entspricht", sagte von Rohr. Ende des vergangenen Jahres hatte es immer wieder Berichte gegeben, dass die Deutsche Bank tiefer in den Skandal verwickelt sein könnte als gedacht.

Für die Deutsche Bank kommen die Berichte über die möglicherweise tiefere Verwicklung in den Danske-Skandal zur denkbar ungünstigen Zeit, da Ende November Ermittler in einem anderen Fall in einer aufsehenerregenden Razzia die Deutsche-Bank-Zentrale durchsucht hatten. Mitarbeiter sollen Kunden dabei geholfen haben, Briefkastenfirmen in Steuerparadiesen zu gründen und auf diesem Weg Gelder aus Straftaten zu waschen, so der Verdacht der Fahnder.

Vorstandschef Christian Sewing hatte vergangene Woche beim Neujahrsempfang der Bank in Berlin gesagt: "In beiden Fällen hatten wir die Vorgänge aufgearbeitet, lange bevor sie an die Öffentlichkeit kamen". Im Fall der Danske Bank habe man eine weitere interne Untersuchung auf den Weg gebracht.

Aktie unter Druck

An der Börse sorgten die Berichte und die Razzia für massive Kursverluste - das Vertrauen der Investoren, dass die Bank ihre Probleme in den Griff bekommt, schwand zunehmend. Die Aktie des Geldinstituts stürzte zeitweise auf ein Rekordtief von 6,678 Euro. Inzwischen hat sich das Papier etwas erholt, kostet aber mit 7,86 Euro immer noch rund ein Drittel weniger als zum Amtsantritt Sewings im vergangenen Jahr. Vorbörslich notieren die Titel am Mittwoch 1,5 Prozent im Minus.

Sewing hatte im April den glücklosen John Cryan an der Spitze der Bank abgelöst und gilt als letzte Hoffnung für Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Dieser hat in seinen jetzt knapp sechs Jahren an der Spitze des Aufsichtsgremiums bereits zweimal die Konzernleitung ausgetauscht. Ihm gelang es bisher nicht, die Bank zu stabilisieren.

Nur noch zweite Liga

Mit einem Börsenwert von rund 16 Milliarden Euro spielt die Deutsche Bank am Kapitalmarkt selbst in Europa nur noch in der zweiten Liga - von den großen US-Häusern wie JPMorgan oder Bank of America ganz zu schweigen. Immerhin soll es im vergangenen Jahr den ersten Gewinn seit 2014 gegeben haben. Sewing hatte erst vor kurzem beteuert, dass die Bank ungeachtet der laufenden Ermittlungen "auf dem besten Weg zum ersten Jahresgewinn seit 2014" ist. Dazu beigetragen habe, dass man die Kosten und Rechtsrisiken reduziert habe.

"Wir sind sehr gut kapitalisiert, verfügen über hohe Liquiditätsreserven, und unsere Markt- und Kreditrisiken sind so gering wie selten zuvor", sagte Sewing. Konkrete Zahlen nannte er nicht, die Bank stellt die Jahresbilanz am 1. Februar vor. Viel erwarten die Experten dabei aber aktuell nicht. Die von dem Institut selbst erfassten Analysten rechnen aktuell mit einem Gewinn von knapp 400 Millionen Euro - und damit nicht einmal mit einem Zehntel dessen, was zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS verdiente. JPMorgan brauchte 2018 gar nur rund fünf Tage, um auf diesen Gewinn zu kommen.

nb

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Die Skandale der Deutschen Bank Galerie: Von Peanuts, Fettnäpfen und dubiosen Deals

Hilmar Kopper 1994 auf der

"Peanuts" - schlappe 50 Millionen Mark
Der Ausspruch ist fast schon legendär:. "Wir reden hier eigentlich von Peanuts." Das Zitat stammt vom damaligen Deutsche Bank-Chef Hilmar Kopper. Als der Immobilienunternehmer Jürgen Schneider pleite ging, gab es offene Handwerkerrechnungen in Höhe von 50 Millionen Mark , die die Deutsche Bank bezahlten wolle. Die Summe sei kein Problem für seine Bank. Im Prinzip richtig, für seine Bank waren es Peanuts im Vergleich zu den fünf Milliarden, die seine Bank durch den Betrug verloren hatte. Doch nicht nur für die Handwerker, die wegen solcher „Kleinigkeiten“ ihren Betrieb schließen mussten, war das daneben.
Für das Ansehen der Bank keine Glanzleistung. „Peanuts“ wurde 1994 zum „Unwort des Jahres gewählt."