Familienunternehmen

Untersuchung des ZEW Familienunternehmen: Jobmotor und Wachstumschampions

Stand: 29.04.2019, 11:56 Uhr

Dass deutsche Familienunternehmen in der globalen Wirtschaft ganz oben mitmischen, ist bekannt. Jetzt zeigt eine Studie des ZEW: Sie sind auch ein Jobmotor und wachsen schneller als Dax-Firmen.

Zwischen 2007 und 2016 bauten die 500 größten Familienunternehmen ihre Mitarbeiterzahl in Deutschland um 23 Prozent auf 2,54 Millionen aus, wie aus der am Montag veröffentlichten Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und dem Institut für Mittelstandsforschung (ifm) hervorgeht. Die 27 Dax-Unternehmen, die keine Familienunternehmen sind, kamen demnach nur auf ein Plus von vier Prozent auf 1,55 Millionen.

Auch weltweit haben die 500 beschäftigungsstärksten deutschen Familienunternehmen für viele neue Arbeitsplätze gesorgt. So arbeiteten im Jahr 2016, gemessen an der Mitarbeiterzahl, mehr als fünf Millionen Menschen für diese Unternehmen, was einem Beschäftigungswachstum von 27 Prozent seit 2007 entspricht.

"Stabilitätsanker"

Grafische Darstellung eines Fabrikgebäudes

Gut neun von zehn privaten Firmen in Deutschland sind Familienunternehmen. | Bildquelle: colourbox.de

"Familienunternehmen sind in schwierigen Zeiten der Stabilitätsanker der deutschen Volkswirtschaft", sagte Brun-Hagen Hennerkes, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Familienunternehmen, die die Studie in Auftrag gegeben hat.

Tatsächlich prägen Familienunternehmen wesentlich den Wirtschaftsstandort Deutschland. Gut neun von zehn privaten Unternehmen in Deutschland waren im Jahr 2017 Familienunternehmen. Sie beschäftigen knapp 60 Prozent der Arbeitnehmer/innen in der Privatwirtschaft.

Stärkeres Umsatzwachstum

Auch gemessen am Umsatz wuchsen die 500 Unternehmen stärker als die 27 Dax-Konzerne, so die Studie. Sie steigerten ihre konzernweiten Erlöse im Untersuchungszeitraum um 36 Prozent. Die Dax-Konzerne kamen auf ein Wachstum von 29 Prozent.

Im Durchschnitt stiegen die Einnahmen bei den 500 stärksten Familienunternehmen laut Studie um 3,7 Prozent pro Jahr im untersuchten Zeitraum. Bei den gegenübergestellten Dax-Unternehmen nahmen sie um durchschnittlich rund drei Prozent zu. Zu den Top 500 berücksichtigten Familienunternehmen gehören auch die Dax-notierten Firmen - und Familienunternehmen Merck, Beiersdorf und Henkel.

90 Prozent der privaten Unternehmen

Allerdings sind die familiengeführten Unternehmen sowohl mit Blick auf die Mitarbeiterzahl als auch in Bezug auf den Umsatz deutlich kleiner als die fremdgeführten Familienunternehmen. Familiengeführte Unternehmen haben im Betrachtungszeitraum im Mittel rund ein Drittel des Umsatzes der nicht-familiengeführten Unternehmen erwirtschaftet.

Ein Unternehmen gilt als familienkontrolliert, wenn es sich mehrheitlich im Eigentum einer überschaubaren Anzahl von natürlichen Einzelpersonen befindet. Die Studie zeigt, dass der private Wirtschaftssektor von Familienunternehmen bestimmt wird: Mehr als 90 Prozent der privaten Unternehmen werden von Familien kontrolliert, 86 Prozent sind sogar eigentümergeführte Familienunternehmen.

Im Dax sind die 30 größten börsennotierten Unternehmen gelistet. Darunter befinden sich mit Beiersdorf, Henkel und Merck drei Konzerne, die als Familienunternehmen gelten.

lg

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