Konzentration auf Facebook

Technologieriese schluckt Start-up Setzt Facebook künftig auf Telepathie?

Stand: 24.09.2019, 10:54 Uhr

Der Technologiekonzern Facebook hat ein Start-up-Unternehmen gekauft, das Geräte durch Gedanken steuern lassen will. Der Konzern aus Kalifornien hat schon länger Interesse an einer solchen Technologie. Reine Science-Fiction oder bald Realität?

Die Firma Ctrl-Labs arbeitet mit einem Armband, um Geräte mit Gedanken steuern zu lassen. Es soll neuronale Signale zu den Muskeln erkennen und in Befehle für Computer umwandeln. Somit sei es dann möglich, ein Foto nur per Gedanken mit einem Freund teilen zu können, erklärte der Facebook-Manager Andrew Bosworth.

CRTL-Lab neuronales Interface

CRTL-Kit. | Bildquelle: Unternehmen

"So könnten unsere Interaktionen mit Virtual Reality und Augmented Reality eines Tages aussehen. Es kann die Weise, wie wir kommunizieren, ändern", schrieb Bosworth in einem Facebook-Posting.

Spekulationen über den Kaufpreis

Das Management des Technologieriesen nannte keinen Kaufpreis. Der Finanzdienstleister Bloomberg schrieb unter Berufung auf informierte Personen, dass Facebook zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Dollar für die Übernahme des Start-ups zahle.

Die Übernahme wäre damit die teuerste, die Facebook in den vergangenen fünf Jahren getätigt hat, seit das Unternehmen 2014 zwei Milliarden Dollar für die Übernahme eines Virtual Reality Unternehmens gezahlt hat.

Das ist Ctrl-Labs

Das Start-up beschäftigt sich hauptsächlich mit der Steuerung von Geräten nur durch Gedanken. Thomas Reardon und Patrick Kaifosh haben das Unternehmen 2015 gegründet. Laut US-Medien sollen Investoren seit dem Bestehen des Unternehmens rund 67 Millionen Dollar in das Unternehmen gesteckt haben. Die Gründer sind Neurowissenschaftler, Thomas Reardon hat bei der Entwicklung des Microsoft-Projekts "Internet Explorer" mitgewirkt.

Facebooks Interesse an der Technologie

Der US-Riese hat schon länger Interesse an einer solchen Technologie. Bereits im Frühjahr 2017 berichtete die damalige Chefin des Facebook-Forschungslabors, von Überlegungen, Menschen direkt aus dem Gehirn heraus Worte in den Computer schreiben zu lassen. Es wäre somit möglich Nachrichten an Freunde zu schicken, ohne das Smartphone in die Hand nehmen zu müssen, hieß es damals.

Die Idee war, dafür Sensoren auf dem Kopf zu nutzen, weil Implantate nicht praktikabel seien. Mittlerweile arbeitet auch eine Firma des Tesla-Chefs Elon Musk an der Technologie. Sein Unternehmen versucht einen Stoff zu entwickeln, den man mit neuronalem Gewebe verbinden kann.

ms/dpa