Facebook-Schriftzug spiegelt sich in einer Brille, die auf einer Tatastur liegt.

Revolution von oben Facebook wird wertvoller

Stand: 01.02.2018, 08:10 Uhr

Mehr Zeit mit den vernetzten Freunden verbringen, weniger Videos und Nachrichten: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will das Online-Netzwerk neu ausrichten. Erste Resultate der neuen Strategie sind schon zu beobachten.

Denn im vierten Quartal sank die Nutzungszeit der Mitglieder um täglich 50 Millionen Stunden. Bei monatlich weltweit 2,13 Milliarden aktiven Nutzern sind das allerdings nur gut zwei Minuten pro Nutzer am Tag. Trotzdem, die Entwicklung ist ganz im Sinn von Mark Zuckerberg.

Das klingt auf den ersten Blick merkwürdig, denn das Netzwerk lebt bekanntlich von der Devise, je mehr Nutzer und je länger, desto mehr Werbung kann angeklickt werden, desto besser für Facebook. Aber Mark Zuckerberg, der Gründer des Netzwerks, will es für seine Nutzer "wertvoller" machen, indem sie mehr Zeit mit ihren vernetzten Freunden verbringen, als vorgesetzte Nachrichten oder Videos über die Plattform zu nutzen.

Dabei nimmt er auch bewusst das Risiko in Kauf, dass die Nutzer weniger Zeit im Netzwerk verbringen. "Den Menschen dabei zu helfen, sich zu vernetzen, ist wichtiger, als die Nutzungszeit zu verlängern", erklärte der Firmengründer. Das werde auch langfristig die Zukunft von Facebook sichern.

Das Geschäft brummt

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. | Quelle: picture-alliance/dpa

Leisten kann sich Zuckerberg seine neuen Schwerpunkte allemal. Denn ein boomendes Werbegeschäft im abgelaufenen Quartal bescherte dem Unternehmen mit fast 13 Milliarden Dollar einen neuen Umsatzrekord. Das war fast die Hälfte mehr als vor Jahresfrist. Der Gewinn stieg dabei um gut ein Fünftel auf 4,27 Milliarden Dollar, wobei sich Rückstellungen für die neue Steuerreform mit mehr als zwei Milliarden Dollar negativ bemerkbar gemacht haben. Die Zahlen veröffentlichte Facebook nach Börsenschluss.

Bei Facebook kommen täglich 1,4 Milliarden Menschen auf die Plattform, 32 Millionen mehr als vor drei Monaten. Analysten hatten jedoch mit einem noch schnelleren Anstieg gerechnet. Der lukrativste Markt bleibt Nordamerika mit den USA und Kanada. Hier verdient Facebook mit durchschnittlich 27 Dollar je Nutzer auch am meisten. Weit mehr als im globalen Durchschnitt, der bei nur sechs Dollar liegt. In Europa sind es neun Dollar.

Ausblick zurückhaltender

Für dieses Jahr rechnet Facebook mit einem langsameren Wachstum des Geschäfts als 2017. Zugleich sollen die Kosten um 45 bis 60 Prozent steigen und das Online-Netzwerk will allein bis zu 15 Milliarden Dollar in Infrastruktur wie Rechenzentren investieren.

Anleger ziehen mit

Die an der Technologiebörse Nasdaq gelistete Facebook-Aktie bewegte sich während des regulären Handels kaum. Nach Börsenschluss drehte sie aber ins Plus und notierte 1,4 Prozent höher bei 189,50 Dollar. Damit markierte der Internet-Titel ein neues Rekordhoch. Die Anleger vertrauen also Zuckerberg auf seinem neuen Weg. Insgesamt ist Facebook mit einer Börsenbewertung von rund 440 Milliarden Dollar eines der wertvollsten Unternehmen auf dem amerikanischen Kurszettel.

rm