Facebook-Chef Mark Zuckerberg
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Datenskandal noch ohne Einfluss Facebook: Fast fünf Milliarden Dollar Gewinn

Stand: 26.04.2018, 09:59 Uhr

Der jüngste Datenskandal kam zu spät, um die Zahlen noch zu beeinflussen: Im ersten Quartal lockte das weltgrößten soziale Netzwerk erneut deutlich mehr Nutzer und Werbekunden an. Der Gewinn stieg um unglaubliche 63 Prozent.

Sichtlich erleichtert kommentierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg die Bilanz der ersten drei Monate des laufenden Jahres. "Trotz der Herausforderungen… hat unser Geschäft 2018 einen starken Start gehabt", sagte er.

Trotz des Datenskandals trumpfte Facebook mit einem rasanten Gewinn- und Umsatzwachstum auf. Im ersten Quartal verdiente das soziale Netzwerk 4,99 Milliarden Dollar – das sind 63 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 49 Prozent auf 11,97 Milliarden Dollar.

Mehr Werbekunden und User

Das Gros der Erlöse (mehr als 98 Prozent) kam aus den Werbeeinnahmen. Ungeachtet der vielen Negativschlagzeilen im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Datenmissbrauch bei bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern scheinen sich Werbekunden nicht von dem US-Konzern abgewendet zu haben.

Auch die Mitglieder hielten Facebook die Treue – und das obwohl es zahlreiche Aufrufe zum Verlassen der Plattform gegeben hatte. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer stieg sogar um 13 Prozent auf 2,2 Milliarden.

Aktie erholt sich kräftig

Anleger zeigten sich erfreut, dass Facebook anscheinend unversehrt aus dem Skandal hervorgeht. Die Aktie legte nachbörslich um 4,6 Prozent zu. Seit Bekanntwerden der Affäre Mitte März stand das Papier unter Druck.

"Jeder redet davon, wie schlecht es um Facebook steht, aber dieser Quartalsbericht ist sehr positiv und bekräftigt, dass es Facebook gutgeht und sie da durchkommen", sagte Portfoliomanager Daniel Morgan vom Synovus Trust, der selbst in Facebook investiert hat. Mehrere Branchenexperten und Analysten hatten zuletzt gemeint, dass Facebook als Gewinner aus dem Datenskandal herausgehen würde. Allerdings war der Datenskandal erst wenige Tage vor Ende des ersten Quartals bekannt geworden. Mögliche Auswirkungen dürften – wenn überhaupt – erst im zweiten Quartal zu spüren sein.

Facebook-Chef zeigt sich demütig

Wegen des Datenmissbrauchs hatte sich Zuckerberg kürzlich auch vor Abgeordneten im US-Kongress verantworten müssen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die britische Firma Cambridge Analytica Daten von Millionen Facebook-Nutzern abgreifen konnte, um den Wahlkampf von Donald Trump zu unterstützen.

Um das Heft wieder in die Hand zu bekommen und einer schärferen Regulierung zu entkommen, geht das Unternehmen aus Menlo Park in die Offensive. Facebook verspricht seinen Mitgliedern weltweit mehr Transparenz und Kontrolle über ihre Daten. Sein wichtiges Anzeigengeschäft will Facebook freilich nicht antasten.

nb