Whatsapp Bezhaldienst mit Cielo

Launch in Brasilien Facebook startet Bezahldienst per WhatsApp

Stand: 16.06.2020, 13:48 Uhr

Die mobilen Bezahlsysteme von Apple und Google bekommen harte Konkurrenz. Mit WhatsApp Pay hat nun auch das soziale Netzwerk Facebook eine Anwendung in dem Milliardenmarkt gestartet. Der "Roll-out" beginnt heute - in Brasilien.

Das lateinamerikanische Land ist derzeit fest im Würgegriff der Corona-Pandemie. Daher mutet es etwas makaber an, dass ausgerechnet in Brasilien die Chancen für einen weltweiten Einsatz des neuen mobilen Bezahlens über das Smartphone getestet werden. Die dürften nicht schlecht sein, in der Krisensituation dürfte das Bezahlen per Smartphone statt an der Ladenkasse wohl sogar noch schneller an Popularität gewinnen.

Ohnehin ist WhatsApp in dem Land sehr populär, Brasilianer sind es bereits gewohnt, über die App Unternehmen zu kontaktieren.

Einkaufen und Geld verschicken

Nutzer des Messaging-Dienstes können ab sofort nun auch digitale Zahlungen direkt aus der Anwendung heraus vornehmen. Das schließt etwa den Einkauf bei einem lokalen Unternehmen ein, aber auch Geldtransfers zwischen App-Nutzern sind möglich. Die Transaktionen basieren auf Facebook Pay, das bereits Ende 2019 eingeführt wurde. Bislang war die Funktionalität aber nur über die Facebook-App beziehungsweise den Messenger bei Facebook verfügbar.

Bei WhatsApp Pay hat Facebook zwei mögliche Sicherheitsvarianten vorgesehen. Dies kann entweder eine spezielle sechsstellige PIN oder ein Fingerabdruck-Scan sein. Kooperationspartner bei der Einführung in Brasilien sind Kreditkarten mehrerer Banken sowie der Zahlungsabwickler Cielo.

Kostenlose Geldgeschäfte

Kunden nutzen also die bei Facebook bereits hinterlegten Kreditkarten-Daten, um mit WhatsApp Pay bezahlen oder Transfers vornehmen zu können. Der Dienst ist für private Kunden kostenlos, Unternehmen müssen eine Bearbeitungsgebühr, ähnlich wie bei Kreditkartentransaktionen, entrichten.

Gegenüber Apple und Google, deren Bezahldienste bereits 2015 gestartet sind, ist Facebook deutlich verspätet am Start. Die Popularität der Apps wie Facebook oder auch Instagram dürfte dem Unternehmen aber eine Eroberung von Marktanteilen leicht machen. Wann man allerdings den weltweiten "Roll-out" plant, ist noch nicht bekannt.

AB