Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Zuckerberg hat Grund zur Freude Facebook steckt Corona gut weg

Stand: 30.04.2020, 09:03 Uhr

Die Werbeeinahmen stabilisieren sich wieder, die Nutzerzahlen steigen: Facebook könnte die Corona-bedingte Talsohle bereits durchschritten haben. Mit einer kleinen Wachstumsverlangsamung können die Anleger sehr gut leben.

Die Facebook-Aktie sprang nachbörslich in den USA um neun Prozent in die Höhe. Die Anleger hatten nicht damit gerechnet, dass Facebook sich trotz der Krise so solide schlagen würde. Das Online-Netzwerk habe mit seiner Widerstandskraft beeindruckt, schrieb Jeffries-Analyst Brent Thill.

Der Umsatz, der hauptsächlich aus Werbeeinnahmen besteht, legte im ersten Quartal um 18 Prozent auf rund 17,7 Milliarden Dollar zu. Im Vorquartal hatte das Wachstum zwar noch bei 25 Prozent gelegen. Analysten hatten im Schnitt allerdings geringere Erlösen in den ersten drei Monaten prognostiziert.

Der Quartalsgewinn verdoppelte sich auf 4,9 Milliarden Dollar. Allerdings war das Vorjahresergebnis von einer drei Milliarden Dollar schweren Rückstellung in einem Rechtsstreit mit der US-Aufsichtsbehörde FTC belastet worden.

Nutzerzahlen wachsen

Im ersten Quartal hätten sich die eingefrorenen Werbebudgets insbesondere im März bemerkbar gemacht. Vor allem Reiseunternehmen, Restaurant-Ketten und Einzelhändler verzichteten angesichts weltweiter Reisewarnungen und geschlossener Läden auf Anzeigen. Wie Facebook mitteilte, hätten sich die Werbeeinnahmen im April aber schon wieder stabilisiert.

Auch bei den Nutzerzahlen gibt es Positives zu vermelden: Zuletzt waren monatlich 2,6 Milliarden Nutzer aktiv - 100 Millionen mehr als drei Monate zuvor. Üblicherweise gewinnt das Online-Netzwerk pro Quartal um die 50 Millionen Nutzer hinzu. Täglich nutzen jetzt 1,73 Milliarden Nutzer Facebook.

Und es hat Zoom gemacht...

"Die Nutzung unserer Dienste hat stark zugenommen", sagte Gründer und Chef Mark Zuckerberg. Auf mindestens ein Facebook-Produkt, also etwa auch Instagram oder WhatsApp, griffen zuletzt monatlich rund drei Milliarden Nutzer zu. Täglich waren es 2,36 Milliarden.

Apps von Facebook, WhatsApp und Instagram auf einem Smartphone

Apps von Facebook, WhatsApp und Instagram: Drei Dinge braucht der Mensch. | Bildquelle: Imago

Zuckerberg sagte ferner, die Krise habe ihn in der Überzeugung bestärkt, dass hohe Profitabilität wichtig sei. Aktuell werde Facebook die Folgen der Pandemie tragen - aber auf lange Sicht müssten Unternehmen, die sich durch Werbung finanzieren, eine hohe Rendite halten. Gleichzeitig sei gerade jetzt die Zeit, in die Zukunft zu investieren. Unter anderem wolle Facebook die Nummer eins bei Videochats sein. In diesem Bereich war in der Corona-Krise der kleine Anbieter Zoom zum Überraschungs-Aufsteiger geworden.

Wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Corona-Krise gibt der US-Konzern weder einen Ausblick für das laufende Quartal noch für das Gesamtjahr. Allerdings will Facebook etwas weniger als geplant ausgeben: Neben weniger Reisen soll der Stellenaufbau nun etwas langsamer erfolgen.

ts