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Aktie unter Druck Facebook: Kein Grund zur Panik

Stand: 21.03.2018, 10:05 Uhr

Während sich Mark Zuckerberg einer öffentlichen Erklärung im Skandal um den Datenklau immer noch verweigert, reagieren die Analysten gelassen auf die Auswirkungen der Affäre.

Von den zahlreichen Experten, die das Unternehmen beobachten, hat bisher keiner seine frühere Empfehlung revidiert. So plädieren sechs der acht Analysten, die sich seit Ausbruch des Datenskandals zu Facebook geäußert haben, unverändert für einen Kauf der Aktie.

Nur einer, Brian Wieser von Pivotal Research, empfiehlt das Papier zum Verkauf. Seine skeptische Haltung ist allerdings nicht neu und bestand bereits vor Ausbruch der Affäre. Auch die Halten-Empfehlung von Scott Devitt von der Investmentboutique Stifel Nicolaus ist keine Folge der Datenaffäre.

An Kaufempfehlungen festgehalten

Analysten zu Facebook seit Montag
AnalystBankEmpfehlung, Kursziel
Brian NowakMorgan StanleyBuy, 230 Dollar
Justin PostMerrill LynchBuy, 265 Dollar
Eric SheridanUBSBuy, 215 Dollar
Stephen JuCredit SuisseBuy, 240 Dollar
Jason HelfsteinOppenheimerBuy, 225 Dollar
Scott DevittStifel NicolausHold, 195 Dollar
Andy HargreavesKeyBancBuy, 245 Dollar
Brian WieserPivotal ResearchSell, 152 Dollar

Seit Montag hat die Facebook-Aktie knapp zehn Prozent an Wert eingebüßt. Seit ihrem Hoch im Februar bei 193 Dollar beträgt der Kursverlust 13 Prozent. Trotzdem sollten die Anleger die Ruhe bewahren und jetzt nicht verkaufen, so die Experten. Ihr Argument: Die Datenaffäre sei keine Bedrohung für das Geschäftsmodell von Facebook. Dies funktioniere nach wie vor bestens. Mit seinen zwei Milliarden aktiven Nutzern weltweit bleibe das soziale Netzwerk ein fundamental gut aufgestellter Konzern mit weiter sprudelnden Einnahmequellen.

Sinkende Marge erwartet

Bisher sei kein einziges Beispiel eines Unternehmens bekannt, das seine Werbeangebote auf Facebook verringern oder gar aussetzen will. Die Analysten gehen zwar davon aus, dass der Umsatz im ersten Quartal dieses Jahres - wie üblich - gegenüber dem vierten Quartal 2017 zurückgehen wird. Allerdings dürften sich die Erlöse auf 11,4 Milliarden Dollar summieren, bei etwas sinkenden Margen. So dürfte die operative Marge, auch wegen steigender Kosten, auf 45,75 Prozent zurückgehen, nach 56,68 Prozent im letzten Quartal des vergangenen Jahres. Der erwartete Gewinn je Aktie von 5,84 Dollar sei aber nach wie vor beeindruckend.

lg