Facebook-Chart und -Schriftzug auf einem iPhone-Display
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Datenskandal kostet fast 100 Milliarden Facebook versucht den Befreiungsschlag

Stand: 29.03.2018, 15:57 Uhr

Nach dem jüngsten Kurseinbruch erholt sich die Facebook-Aktie ein wenig. Das soziale Netzwerk zieht Konsequenzen aus dem Daten-Skandal und will seine Zusammenarbeit mit mehreren großen Datenhändlern stoppen.

Fast 100 Milliarden Dollar an Börsenwert hat Facebook seit dem Bekanntwerden des Skandals eingebüßt - das entspricht in etwa der Marktkapitalisierung des Allianz-Konzerns. Die Aktie stürzte seit Mitte März um 17 Prozent ab. Anleger befürchten, dass sich Werbekunden von Facebook abwenden und die Behörden mit Blick auf die Daten-Nutzung strengere Auflagen machen.

Seit Mittwoch wurde der Kursrutsch (vorerst) gestoppt. Die Facebook-Aktie legt an der Nasdaq zur Stunde 1,5 Prozent zu. Denn der Internet-Konzern greift nach tagelangem Zögern jetzt endlich durch: Facebook kündigte am Mittwoch an, die Zusammenarbeit mit den Firmen WPP, Experian, Transunion und Acxiom zu beenden. Papiere von Acxiom verloren nach der Ankündigung rund zehn Prozent.

Droht jetzt weniger Werbeumsatz?

Dies solle dabei helfen, den Datenschutz auf Facebook zu verbessern, teilte der Konzern am Mittwochabend mit. Das Vorhaben solle binnen sechs Monaten umgesetzt werden. Werbekunden sollen aber weiterhin Dienste von Dritten in Anspruch nehmen können. Facebook wollte sich nicht dazu äußern, ob das Ende der Allianzen den Werbeumsatz des Konzerns beeinträchtigen wird.

Am Mittwoch hatte Facebook bereits mitgeteilt, Nutzern mehr Kontrolle über ihre eigenen Informationen geben und auch die Verwaltung der Einstellungen vereinfachen zu wollen. Zudem sei eine Aktualisierung der Datenrichtlinien geplant. Es werde möglich sein, für das Konto weitere Sicherheitsfunktionen zu aktivieren sowie zu überprüfen, was geteilt wurde und es gegebenenfalls zu löschen. Dies könne auch die Suchhistorie sein. Zugleich soll künftig jeder selbst entscheiden können, welche Werbeanzeigen angezeigt werden.

Facebook unter Druck

Das weltgrößte soziale Netzwerk mit mehr als zwei Milliarden Mitgliedern steht nach dem Skandal um die mutmaßlich unlautere Weitergabe von Nutzer-Informationen unter starkem Druck. Der Konzern hat sich wiederholt dafür entschuldigt, dass die britische Analysefirma Cambridge Analytica Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern auf wohl unlautere Art einsetzen konnte, um den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump zu unterstützen.

nb